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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. April 2015

Demonstrationen: Pegida scheitert in Karlsruhe

SINKENDE TEILNEHMERZAHLEN: Zur Pegida-Kundgebung am Dienstag mit Aufzug durch die City kamen nur mehr 120 Teilnehmer. Foto: Fränkle

SINKENDE TEILNEHMERZAHLEN: Zur Pegida-Kundgebung am Dienstag mit Aufzug durch die City kamen nur mehr 120 Teilnehmer. Foto: Fränkle

 

OB: Rechtsxtremistischer Provokationstourismus / Kundgebung vor Hauptbahnhof abgesagt

Die Fächerstadt ist kein gutes Pflaster für Pegida. Nach der fünften Versammlung des Karlsruher Ablegers der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“ mit Aufzug durch die Innenstadt fand OB Dr. Frank Mentrup deutliche Worte in Richtung der rechtspopulistischen Bewegung.

Sie sei in Karlsruhe „gescheitert“. Pegida habe es hier im Gegensatz zu anderen Städten nicht erreicht, „ihre Zielgruppe der unzufriedenen, verunsicherten Bürger“ auf die Straße zu bringen, betonte der OB am vergangenen Freitag vor den Medien. Indikator dafür seien stagnierende bis rückläufige Teilnehmerzahlen.

Diese Beobachtung bestätigte die sechste Demo am Dienstag dieser Woche, bei der nur 120 Menschen dem Pegida-Ruf folgten. Die breite Ablehnung der fremdenfeindlichen Anliegen in der Bevölkerung unterstrichen dabei gut 500 Gegendemonstranten.

Mit verbalen Attacken hatten sich die Pegida-Redner auch dieses Mal zurückgehalten. Rechtsextremistisches Gedankengut würden die Sprecher ohnehin nicht verbreiten, auch Gewaltbereitschaft sei keine zu erkennen, sah Mentrup die Sprengkraft der Versammlungen nicht in den „eher flachen Äußerungen“, sondern „in der Zusammensetzung der Personen“.

Die Teilnehmer seien fast ausschließlich Männer und kämen von außerhalb.  Viele von ihnen hätten - wie die Mitglieder des NPD-Landesverbands, der „Berserker Pforzheim“ oder die  anderer Hooligan-Gruppen - einen eindeutigen Hintergrund, sprach Mentrup von einem „rechtsextremistischen Provokationstourismus“.

Der OB zeigte großes Verständnis dafür, wenn sich „ein ganz breites Spektrum von Menschen aus Stadt und Region“ mit Gegendemonstrationen dagegen wehrt, „dass auf diese Art der öffentliche Raum besetzt wird“. Eine rechtliche Handhabe, die Aufzüge zu verbieten, die zusammen mit den Gegendemos immer wieder zu massiven Einschränkungen des Verkehrs und des Geschäftsleben führten, gebe es allerdings nicht. Mentrup warb aber auch dafür, „unabhängig von den Pegida-Aktivitäten“ erneut „eine große Demonstration für die Vielfalt in unserer Stadt“ zu starten.

Entwarnung gab es indessen in Sachen der für Sonntag, 19. April, zwischen 14 und 16 Uhr unter dem Motto „Bürger Deutschlands gegen den Terror der Antifa und gegen den radikalen Islamismus" geplanten Kundgebung vor dem Hauptbahnhof. Die sagte der Anmelder am Mittwoch ab und teilte der Ordnungsbehörde mit, es sei auch keine Ersatzveranstaltung an einem anderen Termin vorgesehen. -trö-

 
 

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