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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. April 2015

Geschichte: Wunder von Karlsruhe

TRÜMMERREGEN ÜBER DER STADT: Beim Zusammenstoß zweier Kampfjets vor 25 Jahren wurde ein Pilot getötet und drei Menschen verletzt. Foto. Stadtarchiv

TRÜMMERREGEN ÜBER DER STADT: Beim Zusammenstoß zweier Kampfjets vor 25 Jahren wurde ein Pilot getötet und drei Menschen verletzt. Foto. Stadtarchiv

 

Flugzeugzusammenstoß vor 25 Jahren lief glimpflich ab

Es ist der Nachmittag des 17. April 1990 gegen 16 Uhr. Streifenwagen der amerikanischen Militärpolizei und der deutschen Polizei rasen mit Blaulicht durch die Stadt, gefolgt von Einsatzfahrzeugen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. Was war da vor nunmehr 25 Jahren in Karlsruhe geschehen?

Der Eiserne Vorhang war zwar Monate zuvor gefallen, trotzdem übten die Luftwaffen der Alliierten und der Bundeswehr nach wie vor Luftkampf. Bei einem solchen Manöver waren sich zwei in Söllingen stationierte kanadische Kampfjets vom Typ CF-18 über der Stadt zu nahe gekommen, zusammengestoßen und abgestürzt.

Später sprach die Presse vom "Wunder vom 17. April". Denn bei diesem Unglück war lediglich einer der beiden Piloten ums Leben gekommen. Er war auf der Stelle tot, hatte daher seinen Schleudersitz nicht mehr auslösen können. Sein Körper schlug nahe der Europahalle ein. Der zweite Pilot hatte sich per Schleudersitz retten können und war auf dem Mittelstreifen der A 5 nahe Durlach niedergegangen.

Eines der beiden Flugzeuge war bei der Bannwaldallee in der Nähe der Straßenbahnbrücke auf einem Firmenparkplatz eingeschlagen, wenige Augenblicke vor Feierabend in dem Betrieb. Das zweite Flugzeug stürzte in den Oberwald. Ein Triebwerk hatte nur knapp eine Tankstelle verfehlt. Im Regen brennender Trümmerteile, der sich über viele Teile der Stadt ergossen hatte, waren - außer dem zweiten Piloten - lediglich weitere zwei Frauen leicht verletzt worden.

Aber die Sachschäden an 140 Autos und 98 Häusern beliefen sich auf mehrere Millionen Mark. An den Absturzstellen war es notwendig, Abwehrbrunnen gegen das ausgelaufene Flugzeugbenzin zu setzen, vor allem im Wasserschutzgebiet Oberwald des Wasserwerks Durlacher Wald, das Wochen still lag.

Eine Woche nach dem Unglück beschloss der Karlsruher Gemeinderat einstimmig eine Resolution, in der er "Verzicht auf militärische Übungsflüge, insbesondere auf Luftkampfmanöver, über besiedelten Gebieten und gefährdeten Anlagen" forderte. Der damalige Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerhard Seiler überbrachte den Text zusammen mit Vertretern der Fraktionen persönlich bei Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg auf der Bonner Hardthöhe. -erg-

 
 

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