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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. April 2015

Geschichte: Stabiler Anker der Demokratie

FESTAKT DER SPD IM RATHAUS: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Parsa Marvi, Landesinnenminister Reinhold Gall, Landesgeneralsekretärin Katja Mast und OB Dr. Frank Mentrup (von links). Foto: Knopf

FESTAKT DER SPD IM RATHAUS: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Parsa Marvi, Landesinnenminister Reinhold Gall, Landesgeneralsekretärin Katja Mast und OB Dr. Frank Mentrup (von links). Foto: Knopf

 

Festakt 125 Jahre SPD-Gemeinderatsfraktion / Soziales steckt in der DNA der Partei

Allen Grund zu feiern hatte die Karlsruher SPD am Sonntag. Die Gemeinderatsfraktion beging im voll besetzten Bürgersaal des Rathauses ihren 125. Geburtstag.

Zahlreiche Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft verliehen dem Festakt mit etlichen Redebeiträgen einen würdigen Rahmen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Parsa Marvi nannte die Sozialdemokratie einen „stabilen Anker der Demokratie“. Früh habe man sich in Zeiten der Industrialisierung gegen die Ausbeutung der Arbeiterschaft gewandt, Widerstand gegen das NS-Regime geleistet und großen Anteil am Wiederaufbau der Residenzstadt geleistet. „Freiheitsrechte, Emanzipation, Integration, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe – dafür steht unsere Partei“, betonte Marvi.

Ein herzliches Dankeschön dafür, dass so viele „dieses tolle Jubiläum mitfeiern wollen“, kam von OB Dr. Frank Mentrup. Er erinnerte in einem historischen Exkurs an die „Hohn sprechenden“ Sozialistengesetze des Kaiserreichs, die einem Parteiverbot gleich kamen. Ebenso nannte er der prägenden Köpfe der Sozialdemokratie in der Region, etwa den im KZ Kislau ermordeten Ludwig Marum oder den späteren OB Günther Klotz.

„Sozialdemokraten gestalteten die Geschicke dieser Stadt über 125 Jahre. Wir können durchaus von einer Erfolgsgeschichte sprechen“, so Mentrup.
Innovation und Partizipation zähle ebenso wie das Soziale zur DNA der Volkspartei.

Eine Kontinuität, die keine andere Partei vorzuweisen hat. Mit diesen Worten begann Historiker Dr. Manfred Koch seinen Festvortrag. Auch er griff die Sozialistengesetze auf und nannte Zahlen. Insgesamt seien zwischen 1878 und 1890 153 SPD-Vereine verboten und 1.500 Jahre Gefängnisstrafen verhängt worden. Schon früh sei es der SPD darum gegangen, bürgerliche Privilegien abzubauen.

Die Befreiung vom Schulgeld oder kostenlose Kindergärten waren Forderungen der Partei im Kaiserreich. Koch erinnerte an die erbarmungslose Unterdrückung der Sozialdemokratie während des NS-Regimes. Ferner nannte er wichtige Infrastrukturprojekte der Stadtgeschichte, die von der SPD mitinitiiert wurden.

Zu den Gratulanten zählte auch Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall. Er nannte Karlsruhe eine Vorzeigestadt der Innovation, der badischen Lebensart und des sozialen Miteinanders. Ausdrücklich lobte er das Engagement für Flüchtlinge. „Hier wird Grandioses geleistet. Karlsruhe steht für Willkommenskultur und Vielfalt.“ Für das musikalische Programm sorgte der Chor des Helmholtz-Gymnasiums. -voko-

 
 

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