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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. April 2015

Kultur: Reise in die Zukunft des Theaters

 

Das europäische Festival „Premières“ dient jungen Regisseuren als Forum

Wie arbeiten Theatermacher von morgen? Welche neuen Spielformen nutzen sie und welche Themen packen sie an? Kunst profitiere davon, wenn sich der Blick regional wie international „maximal öffnet“, sagte kürzlich der Generalintendant des Badischen Staatstheaters, Peter Spuhler, bei der Pressekonferenz zu „Premières“ (4. bis 7. Juni).

Ein Anspruch, den das europäische Festival für junge Regisseure und ihre ersten Inszenierungen auch in seiner zehnten Auflage erfüllt. 2004 in Straßburg ins Leben gerufen, feierte es 2013 Premiere in Karlsruhe und springt seither im jährlichen Wechsel über den Rhein. Zehn Produktionen aus acht Ländern haben Staatstheater, das Théâtre Le Maillon und das Théâtre National de Strasbourg für 21 Vorstellungen in die Fächerstadt eingeladen. Ein Kraftakt, auch für das Publikum. Am besten halte man sich für die prallvolle viertägige Reise in die Zukunft des Theaters „komplett frei“, riet Spuhler.

Der Theaternachwuchs reflektiere die europäische Gesellschaft und verleihe seinem Unbehangen Ausdruck, erklärte Festivalkuratorin Barbara Engelhardt. Dabei scheuten die Macher „weder vor politischen Widersprüchen noch thematischen Tabus zurück“. Norwegens Beitrag „A thing of Beauty“ erzählt am Beispiel des Serienkillers Jeffrey Dahmer von Verstörung und Schrecken. Aus Rumänien kommt das Stück „Parallel“, in dem sich zwei junge Frauen mit körperlicher Identität und sozialen Rollenbildern auseinandersetzen.

Für Europa als entfremdete Heimat findet der Wiener Nikolaus Habjan im Camus-Drama „Missverständnis“ eine eigene Bildsprache mit lebensgroßen Puppen. Alles auf Anfang setzten François Lanel und seine Mitspieler und basteln sich in „Champs d´Appel“ eine neue Welt. Karten gibt es an den Theaterkassen und unter www.festivalpremieres.eu. Abonnenten und Käufer des Festivalpasses zu 14 Euro erhalten ermäßigten Eintritt. -maf-

 
 

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