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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. Mai 2015

Zoologischer Stadtgarten: Spaß an munteren Nasenbären

NIEDLICHKEITSFAKTOR: Seit einer Woche leben die neun Nasenbären auf ihrer neuen Anlage am Lauterberg. Und gehören schon zu den Lieblingen der Besucherinnen und Besucher. Foto: Fränkle

NIEDLICHKEITSFAKTOR: Seit einer Woche leben die neun Nasenbären auf ihrer neuen Anlage am Lauterberg. Und gehören schon zu den Lieblingen der Besucherinnen und Besucher. Foto: Fränkle

BEDEUTENDE ZUCHT: Bei den Persischen Kropfgazellen hält der Zoo die größte Gruppe  in Europa - mit besten Zuchtergebnissen. Foto: Fränkle

BEDEUTENDE ZUCHT: Bei den Persischen Kropfgazellen hält der Zoo die größte Gruppe in Europa - mit besten Zuchtergebnissen. Foto: Fränkle

 

Neue Anlage am Lauterberg / Umbau Anlage Kropfgazellen

Die neun Nasenbären haben sich schon am ersten Tag ins Herz des Publikums gewühlt und geklettert. Die eindeutige Stars der neuen Anlage des Zoologischen Stadtgartens waren bei der Eröffnung am vergangenen Freitag die beiden kleinen Kerlchen, die kurzzeitig „auf Abwegen“ waren.

Wie groß 450 Quadratmeter Freianlage ist, wollte ein Nasenbär genau wissen - und büxte kurzerhand über den mit Elektrodraht gesicherten Zaun aus und hinauf auf den nächsten Baum. Da saß er nun, hielt mit Fiepen und Trillern Kontakt zur Gruppe. Wie auch ein weiteres Tier, das von einer Stromliane so erschrocken war, dass es über das Hindernis hinweg nach oben flitzte.

Eigentlich sollte der Stromdraht genau dieses bei der nahe am Gehegerand stehenden Ahorn verhindern. Die Premieregäste fieberten mit dem Zoo-Team mit; mit Leiter, langer Stange und Käscher fanden die beiden Tiere schließlich den Weg zurück zu ihrer Truppe.

Der kommissarische Zooleiter Dr. Clemens Becker nahm den Ausflug gelassen: „Es ist Eingewöhnungszeit, die Tiere müssen ihr Gehege erst erkunden.“ Den 2014 im Tierpark Hagenbeck geborenen Tieren bietet ihr neues Zuhause mit Naturboden viel: Zum Klettern mit Ausguck laden Bäume ein, sofern sie nicht - wie der Ahorn - am Gehegerand stehen. Wurzelbrocken und Felsen oder liegende Baumstämme dienen als Versteckmöglichkeit. Und ihr Heim hat einen rund 60 Quadratmeter großen Teich. Hier können die wuseligen Gesellen planschen - und wenn sie wollen sogar schwimmen.

Mit ihrer sehr beweglichen Nase suchen sie unter der Rinde morscher Bäume, unter Wurzeln und Steinen oder im Erdreich Nahrung. In Senken mit Rindenmulch oder Holzhäcksel streut das Tierpfleger-Team immer wieder Mehlwürmer und andere Insekten ein. Die Bären wühlen emsig nach Beute, Besucher können sich am Treiben der fünf Weibchen und vier Männchen gar nicht satt sehen.

„Das Gehege gehört zu den größten Anlagen in einem deutschen Tiergarten“, ist denn auch Bürgermeister Michael Obert stolz auf die 450.000-Euro-Investition in optimale Tierhaltung und neuer Attraktivität des Zoologischen Stadtgartens.

Auch bei den Nachbarn, den Kropfgazellen, hat sich etwas getan: Statt eines bloßen Hangs haben die über 20 Weibchen nun eine Felslandschaft mit Terrassen. Im Oberwald leben die Männchen, immer im Herbst kommt ein Bock zum Zuge. Das Gehege wurde gerade rechtzeitig fertig, so Becker, man erwarte alsbald Nachwuchs. -rie-

 
 

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