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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Mai 2015

Rahmenplan zu Hitze: Mit Klimafolgen umgehen

AUF RASEN GEBETTET: Rasengleise sind nicht nur ein gestalterisches Element. Sie sind auch Lärmschlucker und ein Baustein, um die Hitzebelastung in Ballungsräumen zu reduzieren. Foto: Fränkle

AUF RASEN GEBETTET: Rasengleise sind nicht nur ein gestalterisches Element. Sie sind auch Lärmschlucker und ein Baustein, um die Hitzebelastung in Ballungsräumen zu reduzieren. Foto: Fränkle

 

Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Wärmebelastung

„Karlsruhe im Hitzestress“. Grundlagenforschung zur Klimaanpassung haben Stadtklimatologen und Stadtplaner mit dem Städtebaulichen Rahmenplan geleistet.

Schon heute spüren die Menschen in  Karlsruhe aufgrund der Lage im Oberrheingraben die negativen Auswirkungen der Wärmebelastung auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit („Urban Heat-Phänomen“).

Es wird noch wärmer

Der „Tropensommer“ 2003 ist vielen gut in Erinnerung. Und: Es wird in den nächsten Jahrzehnten noch wärmer, ließ Bürgermeister Michael Obert keinen Zweifel daran, wie wertvoll die sozioökonomischen Erkenntnisse und weiteren Faktoren bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen sind, die das Stadtplanungsamt zusammen mit externer Beratung erarbeitet und per Kartendarstellungen visualisiert hat.

Im Baugesetzbuch gehört die Anpassung an den Klimawandel zwar seit 2013 zu den Planungsleitsätzen. Es fehlte aber bislang eine inhaltliche Unterfütterung für Berücksichtigung dieses Aspekts in der Planung. Über die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) wurde das Werk zum „Anpassungskomplex Hitzestress“ vom Land  im Rahmen des Forschungsprogramms „Klimawandel und modellhafte Anpassung in Baden-Württemberg“. gefördert.

Wie mit Klimafolgen umgehen

Das Forschungsprojekt betrachtet Themenkreises wie Gesundheit, Landwirtschaft, Tourismus oder auch Städtebau mit Zeithorizont Mitte und Ende des Jahrhunderts. „Es soll aufzeigen, wie wir mit den Klimafolgen umgehen wollen“, so Werner Franke von  der LUBW.  

Für das Karlsruher Werk wurden im Stadtgebiet alle Quartiere Stadtstrukturtypen zugeordnet - geschlossene Blockrandbebauung, Zeilenbebauung, Ortskern oder  auch Gewerbe. In diesen wurden die von Hitzestress bedrohten Räume, die Hot-Spots, auch in Bezug auf relevante nicht-klimatische Faktoren (etwa demografische Struktur, Erreichbarkeit von Grünflächen) ausgemacht. Um anschließend auf die Situation zugeschnittene Maßnahmenpakete abzuleiten, erläuterte Stadtklimatologe Prof. Dr. Jürgen Baumüller, der für das Projekt beratend tätig war, das Vorgehen.

Übergeordnete und zielgenaue Maßnahmen

Neben übergeordneten Maßnahmen - Stichworte: Kaltluftschneisen, großräumige Grünanlagen oder Wasserflächen - geht es auf lokaler Ebene um gezielte Entsiegelung, Hinterhofbegrünung, Verschattung von Straßen und Parkflächen oder kleine Grüninseln (Pocket-Parks), die zu klimatischen Verbesserungen führen und sich zugleich positiv aufs Wohnumfeld  auswirken. Und auch die Erhöhung der Rückstrahlfähigkeit von Oberflächen spielt eine Rolle, damit sich die Hitze nicht staut.

Der Rahmenplan definiert langfristige Ziele ohne Rechtsverbindlichkeit, hat aber dank Zustimmung durch den Gemeinderat im März hohes politisches Gewicht. "Für alle künftigen Planungen werden wir die Maßnahmen mitdenken", betont Stadtplanungsamtsleiterin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner. -rie-

 
 

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