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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Mai 2015

Räumliches Leitbild: Welche Rolle hat der Hardtwald?

 

Stadtansichten 3 + 4: Diskussion der Leitbild-Ideen mit Fachleuten vor Ort / Radtour zu Freiraum-Aspekten

Welche Rolle spielt der Hardtwald fürs Räumliche Leitbild? Dieser Frage ging eine Radelgruppe bei „Stadtansichten 3 + 4“ letzte Woche mit dem Schwerpunkt Freiraum nach.

Den Wald erlebbarer machen. Das war durchaus ein Anliegen bei den Gesprächen mit Experten von Stadtplanungs-, Forst- und Gartenbauamt sowie Dr. Dirk-Michael Harmsen (Verein Hardtwaldfreunde). Größere Eingriffe lehnte die Mehrheit jedoch ab. Auch, weil ein Natura 2000-Gebiet einen Rahmen vorgibt.

Ein weiterer Konflikt tut sich durch die FSC Zertifizierung (nachhaltige Waldwirtschaft) auf, die mit Restriktionen bei der Erschaffung von Freiflächen einher geht. Wie Harmsen befürchteten viele, dass Leitbild-Ideen zur Freiraumgestaltung die Nordtangenten-Diskussion wiederbeleben könnte. Die Optionstrasse für die Nordtangente zog sich in der Planungswerkstatt 2014 durch die Diskussion. Politisch wird der Mittelteil der Tangente nicht weiter verfolgt. Warum also dieses „grüne Band“ nicht mit einer anderen Nutzung belegen?

„Inwertsetzung“ nennt etwa das Team Machleidt/ sinai / SHP seinen Ansatz, hier die Handlungsfelder „Landschaft“, „Stadtraum“ und „Mobilität“ für Freiraumnutzung und Weiterentwicklung zu verzahnen. Ein durchgehender „Waldpark“ in Ost-West-Richtung mit mehr Licht und weiteren Funktionen? Ein breiter asphaltierter Rad(schnell)weg zwischen Neureut und der Waldstadt oder gar eine neue Tramlinie? Für eine Tramlinie sehen die VBK keinen Bedarf, informierte Sigrun Hüger, beim Stadtplanungsamt mit dem Projekt Räumlicher Leitbild betraut.

Den Wald erlebbar machen mit inhaltsbezogenem Ansatz, ihn aber nicht zur grünen Kulisse für einen Erlebnisraum zu machen, lautete die Empfehlung von Forstamtsleiter Ulrich Kienzler.  Kleine, landwirtschaftlich-ökologische bedeutsame Waldlichtungen ja, größeren Rodungen als Gestaltungs- und Freizeitelement für einen Landschaftspark erteile er eine Absage.

Typisch für den ohnehin lichten Wald seien alte Eichen, an die etwa der Heldbock stark gebunden sei, erläuterte Hans-Volker Müller vom Gartenbauamt mit Blick auf die Ausweisung als Schutzgebiet Natura 2000. Wo Eltern mit Kinderwagen und andere Ruhebedürftige unterwegs sind, „können E-Bikes nicht durchdonnern“, war Meinung in der Gruppe, für E-Bikes die Wege zu verbreitern, der falsche Weg. Rad-Verbindungen gebe es ausreichend. Die Bitte nach mehr Orientierung,  griff Kienzler gerne auf.-rie-

 
 

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