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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Mai 2015

Soziales: Raus aus der Krise

Zehn Jahre erfolgreiche „Wohnraumakquise“

Günstige Wohnungen sind in Karlsruhe schon lange Mangelware. Verlierer sind dabei Menschen mit geringem Einkommen, kinderreiche Familien oder Hartz-IV-Empfänger. Reicht das Geld für die Miete nicht mehr, droht schlimmstenfalls Wohnungslosigkeit.

Die Stadt begann deshalb vor zehn Jahren mit der Akquise leer stehender Immobilien. Sie gewährte den Eigentümern Sanierungszuschüsse, gab befristete Mietausfallgarantien und begleitete den Prozess mit Sozialarbeit.

Seither wurden fast 1.300 Menschen, denen Obdachlosigkeit drohte oder die bereits obdachlos waren, in 500 Wohnungen vermittelt. Darunter waren über 520 Kinder und deren Eltern. Ohne private Partner würde das Erfolgsmodell  "Wohnraumakquise durch Kooperation" nicht funktionieren, deshalb lud Bürgermeister Martin Lenz sie kürzlich als Dank ins Rathaus ein.

„Was hilft gegen Wohnungslosigkeit? Wohnungen!“, zitierte Lenz dabei „aus der Mottenkiste sozialer Arbeit.“ Alles andere als aus der Mottenkiste stammten jedoch die damaligen Überlegungen zur Lösung des Problems: Öffentliche Wohnbaugesellschaften alleine würden die Herausforderung nicht stemmen können, 80 Prozent des Markts seien in privater Hand. Es galt, Eigentümer ins Boot zu holen.

Das Konzept überzeugte und der Gemeinderat gab nicht nur einen Vertrauensvorschuss, sondern auch Startkapital. Es hat sich gelohnt. Denn es passierte, was Lenz „das Wunder von Karlsruhe nennt“. Das Team der städtischen Wohnungssicherung verwaltet mittlerweile einen Mikrowohnungsmarkt mit Objekten in allen Stadtteilen, kann auf Notfälle flexibel reagieren. Und: „Die Leute fallen nicht negativ auf“, sagte Steffen Schäfer von der Fachstelle.

Probleme gebe es selten. Bei der Belegung sei wichtig, dass die Bleibe passe und sich die künftigen Mieter damit identifizierten, erläuterte Sozialarbeiterin Barbara Mauter: „Wir setzten eine mehrköpfige Familie nicht in ein Haus mit älteren Menschen.“  Und wenn es doch Schwierigkeiten gibt, ist die Behörde jederzeit ansprechbar. Infos unter 0721/133-55 25. -maf-

 
 

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