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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Mai 2015

Gemeinderat: Neue Lösung soll Spagat meistern

IM EINKLANG: Die neue rechtliche Basis für den Grötzinger Baggersee berücksichtigt die Interessen der Bürger und des Naturschutzes. Foto: Fränkle

IM EINKLANG: Die neue rechtliche Basis für den Grötzinger Baggersee berücksichtigt die Interessen der Bürger und des Naturschutzes. Foto: Fränkle

 

Rechtsgrundlage für kontrolliertes Baden am Grötzinger Baggersee

Baden in Baggerseen ist nach der Rechtsverordnung der Stadt Karlsruhe verboten. Durchgesetzt hat die Stadt das seit 1979 geltende Verbot am Baggersee Grötzingen jedoch nicht. Als Reaktion auf naturschädigende Begleiterscheinungen, die das jahrelange ungesteuerte Nutzen von See und Ufer mit sich brachten, richtete die Stadt 2014 probeweise eine zulässige Badestelle am Südufer ein.

Die Konzentration auf diesen Teil, die alle anderen Flächen des Grötzinger Baggersees beruhigen sollte, hat sich bewährt. Das Aufstellen von Toiletten und Abfalleimern verbesserte im Probelauf die Sauberkeit, das Abspecken der Zahl der Parkplätze verringerte den Run der Besucher.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen erarbeitete die Verwaltung zwei rechtliche Grundlagen, die für die nächsten zwei Jahre kontrolliertes Baden an der Badestelle am Südufer von Mai bis Oktober wie die Belange des Naturschutzes in Einklang bringen sollen. Instrumentarien dieses Spagats sind eine Rechtsverordnung  über die Benutzung des Baggersees Grötzingen sowie die Änderung der städtischen Rechtsverordnung über das Baden.

Auf seiner jüngsten Plenarsitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, beide Verordnungen zu erlassen. Zwei Änderungsanträge der KULT-Fraktion, die Verbote in Teilbereichen noch enger fassen wollte, fanden keine Mehrheit.

Es sei „grundsätzlich wichtig, das Baden in Teilen auf eine rechtliche Basis zu stellen“, betonte CDU-Stadtrat Detlef Hofmann in der Debatte. Skeptisch zeigte er sich allerdings darüber, ob es gelänge, „gleichzeitig die Belange des Naturschutzes zu berücksichtigen“. Hofmann: „Notfalls müssen wir nachjustieren“. Dem schloss sich SPD-Stadtrat Dr. Raphael Fechler an, der „im Interesse der Bürger“ dafür plädierte, dieser Lösung „eine Chance zu geben“.

Stadtrat Johannes Honné (GRÜNE) sah in der Verordnung eine geeignete Grundlage dafür, „dass Mensch, Tier und Pflanze zu ihrem Recht kommen“. Auch die KULT-Fraktion wolle „diesen Schritt mitgehen“, setzte Stadtrat Erik Wohlfeil „auf soziale Kontrolle bei Einhaltung der Regeln“. Die Bürger könnten jetzt „mit gutem Gewissen in Grötzingen baden“ dankte Stadtrat Thomas H. Hock (FDP) der Verwaltung für die Vorlage.

Die Lösung könne zu einer „wunderbaren Regelung werden“, sah auch OB Dr. Frank Mentrup jetzt die Besucher gefordert. OB Mentrup: „Bei mangelnder Akzeptanz müssen wir eine andere erarbeiten“. -trö-

 
 

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