Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Mai 2015

Kultur: Kreative in bester Feierlaune

CIRCUS 3000: Das auf dem Kreativpark angesiedelte Künstlerkollektiv veranstaltet Aktionen, Aufführungen und Ausstellungen. Monatlich gibt es einen „Ambivalenten Salon“ zum Austausch und Diskurs. Foto: Bastian

CIRCUS 3000: Das auf dem Kreativpark angesiedelte Künstlerkollektiv veranstaltet Aktionen, Aufführungen und Ausstellungen. Monatlich gibt es einen „Ambivalenten Salon“ zum Austausch und Diskurs. Foto: Bastian

LICHTORTE: Die Installation „Freilichtraum“ von Thomas Wetzel war eine von 14 ausgesuchten Wettbewerbsarbeiten. Foto: Bastian

LICHTORTE: Die Installation „Freilichtraum“ von Thomas Wetzel war eine von 14 ausgesuchten Wettbewerbsarbeiten. Foto: Bastian

 

14.000 Gäste kamen zu „Schwein gehabt“

Welches Schweinderl hätten S´ denn gerne? Die Frage beim Kauf des Eintrittsbuttons war bei „Schwein gehabt“ auf dem Kreativpark „Alter Schlachthof“ nicht wirklich ernst gemeint.

Denn im Gegensatz zum überbordenden Programmangebot gab es als Accessoire der Stunde nur den stilisierten Borstenvieh-Anstecker in Pink. Die dritte Auflage des Kunst- und Kulturfestivals war die bislang längste und bunteste. Nach Angaben des Vereins „ausgeschlachtet“ als Veranstalter kamen Samstagabend und Sonntag 14.000 Besucherinnen und Besucher auf das Gelände, das sich mit Ausstellungen, Konzerten, Lichtinstallationen und Performances bestens in Szene setzte.

Es sei eine „Orgie des Verpassens“ witzelten im Tollhaus-Saal „Die Poppets“ alias Marcus Dürr und Gunzi Heil. Freunde des gepflegten Trashs dürften die Entscheidung für das Figurentheater nicht bereut haben. Immerhin erfuhren sie so, dass Karlsruhe nur deshalb so „aufgewühlt“ sei, weil wie wild an allen Ecken und Enden nach archäologischen Funden gegraben werde.

„Karl ruht“?  Auch bei „Minigolf 3000“ nicht, bei dem eine von neun thematischen Bahnen dem Stadtgründer und seiner Grabstätte gewidmet war. Beim Versuch, die Golfbälle in der hölzernen Pyramide zu versenken, ging einiges lautstark daneben. Ob Tango in schwarz-weißem Outfit unterm Sternenhimmel, Live-Musik, Modenschauen oder die meterlange Frühstückstafel - der Tisch war für alle Geschmäcker reich gedeckt.

Gepflegt abhängen ließ es sich im „Fliegenden Wohnzimmer“. Da baumelten in heimeligem Ambiente Tisch, Sessel und Couch an Drahtseilen von der Decke. Und ein Betonmischer wurde zur „Gebetsmühle des Kapitalismus“. Bildhauerin Antje Bessauer hatte in die von innen beleuchtete, sich stetig drehende Trommel auf Latein den „Glaubenssatz“ der Jetzt-Zeit „Arbeite und konsumiere“ gestanzt. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe