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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Mai 2015

Zoologischer Stadtgarten: Geburtstagsständchen und Torte für Rani zum 60

RANI MIT IHRER GEBURTSTAGSTORTE: Wie Shanti (links) lässt es sich Rani schmecken - beobachtet von vielen Zoogästen. Foto: Fränkle

RANI MIT IHRER GEBURTSTAGSTORTE: Wie Shanti (links) lässt es sich Rani schmecken - beobachtet von vielen Zoogästen. Foto: Fränkle

 

Über 100 Zoogäste wollten bei der Feier dabei sein / Beim Tänzchen wackelten nicht nur die Elefantenrüsse

Nur keine Hektik - schließlich habe ich schon ein paar Jährchen auf dem grauen Buckel! Ruhig und mit aufmerksamen Augen beobachtet Elefantin Rani, wie das Tierpfleger-Team eine riesige Gemüse- und Obst-Torte bringt.

Dann darf sie sich ihr  „Kuchenstück“ aussuchen: Der Teig - Kastenbrot - ist erst einmal nicht so interessant, von den „Geburtstagskerzen“ aber, Rettich, oder auch vom Belag aus Bananen rüsselt sie sich einiges heraus.

Rund 100 Geburtstagsgäste waren letzten Sonntag gekommen, um den 60. Geburtstag von Rani im Zoologischen Stadtgarten mitzufeiern - selbst von der Karl-Birkmann-Brücke aus verfolgten viele das Rani-Programm mit Musik, Tanz und Elefantenparade. Rani gehört mit 60 Jahren zu den ältesten Elefanten in Zoos. Auf Menschenjahre übertragen wäre sie so um die 100 Jahre alt, machte der kommissarische Zooleiter Dr. Clemens Becker deutlich.

„Welche ist es denn, ich bin doch genauso alt“, fragte eine Besucherin, als Chef-Elefantepfleger Robert Scholz, stilecht in Zoo-Uniform aus der Nachkriegszeit gekleidet, Rani, Shanti und Jenny dem Publikum vorstellte. Natürlich erklang dabei der eigens für die Karlsruher Elefanten komponierte „Elephant’s Walk“. Und auch Zoopädagogin Miriam Raab und Sänger Simon Zimmer (Gruppe „Zimmer mit Musik“) unterhielten mit Geburtstangsständchen, derweil die junge Tanztruppe der Griesknöpfle unter Leitung von Zoomitarbeiterin Janina Wittmann „nicht nur den Elefantenrüssel“ wackeln ließen.

Ein gutes Duzend Gäste konnten Bürgermeister Michael Obert und Becker begrüßen, die allesamt wie Rani 1955 geboren wurden, zudem eine frühere Oststädtern, die am Sonntag Geburtstag hatte und mit Familie aus dem Kaiserstuhl angereist war, um im Zoo zu feiern. Sie alle erhielten einen Elefanten-Dambedei und Äpfel - letztere durften sie als weitere Leckerei dem Elefantentrio ins Gehege werfen.

„Ich hätte als Kind so gerne einen richtigen Elefanten gehabt“, erzählte eine Frau ihrer Nachbarin. Diese wiederum konnte sich noch gut an Nepal und Trulli erinnern, die ab 1960 zusammen mit Rani und Shanti über vier Jahrzehnte das Vierergespann ausmachten. Die Heilung der Brandverletzungen der Elefanten  nach dem Feuer im Streichelgehege habe sie monatelang verfolgt - Elefanten-Gespräche eben.

Als zweijähriger Wildfang  war Rani 1957 über den Tierhändler Carl Hagenbeck aus Indien gekommen. Wie weitere vier Karlsruher Elefanten in den 1950er Jahren. „Wildfänge waren damals üblich, heute ginge das nicht mehr“, blickte Obert auf Änderungen in der Zoohaltung. Diese begann im Zoo 1924 mit der dreijährigen Molly. Die Karlsruher Tiere sind den direkten Kontakt mit dem Tierpfleger gewöhnt  - insbesondere auch die aus Zirkushaltung stammende Jenny. Im lockeren Gespräch mit Obert erläutert Becker auch neuere Haltungsformen, bei denen Tiergruppen mit Menschen ohne direkten Kontakt  mit den Pflegern gehalten werden. -rie-

 
 

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