Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Mai 2015

Gemeinderat: Auf Inklusion vorbereiten

 

Ab Schuljahr 2015/2016 freie Schulwahl für alle

Ab dem Schuljahr 2015/2016 wird in Baden-Württemberg die UN-Behindertenkonvention an Schulen umgesetzt. Das bedeutet, dass Eltern behinderter Kinder selbst entscheiden können, ob ihr Kind auf eine Sonderschule oder eine allgemeine Schule geht.

Zu diesem Anlass stellte die Fraktion der Grünen im Gemeinderat zur jüngsten Plenarsitzung den Antrag, dass die Stadt berichten solle, welche schulischen Vorbereitungen die Stadt zur Umsetzung trifft und welche finanziellen Mittel für entsprechende Baumaßnahmen zu Verfügung stehen.

Des Weiteren solle ein Kriterienkatalog erstellt werden, welche Anforderungen für inklusiv arbeitende Schulen erfüllt sein müssen, auf dessen Grundlage eine Bestandsaufnahme durchgeführt werden soll. Außerdem wurde gefordert, dass wohnortnahe inklusive Bildungsangebote im Stadtgebiet ermöglicht werden und die Sachkostenbeiträge für Kinder mit Behinderungen zukünftig am Lernort der Kinder gewährt werden sollen. Dabei müsse sichergestellt werden, dass Sonderschulen weiterhin ausreichende Sachkostenbeiträge erhalten. Auch solle geprüft werden, ob die neue rechtliche Möglichkeit, Sonderschulen für Kinder ohne Behinderung zu öffnen, in Karlsruhe umgesetzt werden kann, so die Grünen in ihrem Antrag.

Die Verwaltung versicherte in ihrer Stellungnahme, dass die genannten Punkte berücksichtigt und geprüft werden. Über die Umsetzung der Inklusion berichtet das Bürgermeisteramt im Schulbeirat, was auf breite Zustimmung im Plenum stieß.

Stadträtin Renate Rastätter von den Grünen lobte in diesem Zusammenhang, die Miteinbeziehung des Behindertenbeirates und sie hofft, „dass es gut umgesetzt wird“.

Stadträtin Bettina Meier-Augstein (CDU) bemerkte, dass die Vorbereitungen schon laufen, aber „es braucht Zeit, bis alles ausgearbeitet ist. Stadträtin Sibel Uysal (SPD) sagte ebenfalls, man müsse Geduld für die Umsetzung aufbringen, betonte aber auch, nicht das Individuum müsse sich an das System anpassen, sondern „das System muss die Bedürfnisse berücksichtigen und sich gegebenenfalls anpassen.

FDP-Stadtrat Karl-Heinz Jooß gab zu bedenken, dass entsprechende bauliche Änderungen, die für einen inklusiven Schulbetrieb nötig sind, aus finanzieller Sicht „nicht in jeder Schule möglich sind. Es müssen auch hier Schwerpunkte gesetzt werden“. -jäm-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe