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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Mai 2015

Geschichte: Neuheiten und Fachwissen

DAS LANDESGEWERBEAMT vor der Zerstörung 1942. Bild: Stadtarchiv

DAS LANDESGEWERBEAMT vor der Zerstörung 1942. Bild: Stadtarchiv

 

Badische Landesgewerbehalle vor 150 Jahren eröffnet

Im 19. Jahrhundert geriet das Handwerk zunehmend unter Druck. Gründe dafür waren die Industrialisierung sowie die 1862 eingeführte Gewerbefreiheit, die die bisherige Organisation des Handwerks in Zünften beendete. Der Ruf nach einer Unterstützung des Handwerks wurde immer lauter.

Im März 1864 bewilligte der badische Landtag Geldmittel für die Einrichtung einer Landesgewerbehalle, die am 23. Mai 1865, vor 150 Jahren, in einem Bau Friedrich Weinbrenners in der heutigen Karl-Friedrich-Straße 17 feierlich eröffnet wurde.

Aufgabe der Halle war es, „Gewerbetreibenden Belehrung über ihr Fach“ zu vermitteln. Sie sammelte Zeichnungen, Fotografien und Fachbücher, aber auch neuartige Materialien, Werkzeuge und Maschinen. Durch Ausstellungen und Lehrschauen machte sie mit den Neuerungen bekannt.

1867 erschien erstmals ein Monatsblatt, die „Badische Gewebezeitung“. Ab 1884 veranstaltete sie zudem Fachkurse, in denen Meister den Umgang mit neuen Geräten erlernen konnten. Zum Angebot zählten etwa „elektrische Kurse“, in denen die Handhabung elektrischer Geräte vermittelt wurde. So förderte die ab 1905 Landesgewerbeamt genannte Einrichtung Gewerbetreibende durch das Zusammentragen und Vermitteln von Fachwissen. 1942 wurde das Gebäude durch einen Luftangriff zerstört, auch die Gewerbebücherei mit 90.000 Bänden ging verloren.

Ab 1955 erfolgte der Wiederaufbau mit Erweiterung bis an den Rondellplatz. Die Einrichtung war bereits 1952 mit der Gründung des Südweststaats im Landesgewerbeamt Baden-Württemberg aufgegangen. Dieses wurde 2004 gegen Kritik aus der Wirtschaft aufgelöst, seitdem nutzt das Regierungspräsidium Karlsruhe die Räumlichkeiten. -fl-

 
 

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