Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Juni 2015

Kultur: Alice nicht vergessen

Stadtarchiv gab Autobiografie von Marion Deichmann heraus

"Dies Buch ist ihr Grabmal" schreibt Marion Deichmann in ihrer Lebensgeschichte über ihre in Auschwitz ermordete Mutter Alice. Diese wurde in Auschwitz nicht registriert, es gibt keine Unterlagen über ihre Ankunft und über ihren Tod.

Vermutlich ist sie sofort ins Gas geschickt und ihre Leiche verbrannt worden. Marion war noch ein kleines Kind, als sie von ihrer Mutter getrennt wurde. 1932 in Karlsruhe geboren, war Marion Deichmann mit ihren Eltern 1933 aus Deutschland emigriert. In Luxemburg haben sich die Eltern getrennt, Marion und Alice sind 1940 nach Frankreich geflüchtet, wo Alice 1942 verhaftet wurde.

Marion Deichmann, die nicht gläubige Jüdin, konnte sich mit Hilfe von jüdischen und nichtjüdischen Organisationen und Privatleuten retten. 70 Jahre danach hat sie für sich und ihre Familie die Geschichte ihres Lebens aufgeschrieben. Zunächst nur als private Reflexion gedacht, ist das Werk aber 2012 in Französisch als Buch erschienen.

Das Stadtarchiv hat es jetzt als Band 16 seiner Schriftenreihe "Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte" in deutscher Übersetzung herausgegeben. "Ihr Namen soll unvergessen bleiben" ist im Info-Verlag erschienen und kostet im Buchhandel 14,80 Euro. -erg-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe