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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Juni 2015

Festivalsommer: Was sonst einfach unmöglich wäre

DAS GRENZT AN ZAUBEREI: Ein ganzes Haus hängt der Künstler  Leandro Erlich zum Auftakt der Ausstellung „Die Stadt ist der Star“ an einen Kran und lässt es in luftiger Höhe baumeln. Foto: pr

DAS GRENZT AN ZAUBEREI: Ein ganzes Haus hängt der Künstler Leandro Erlich zum Auftakt der Ausstellung „Die Stadt ist der Star“ an einen Kran und lässt es in luftiger Höhe baumeln. Foto: pr

 

Spektakuläres ZKM-Kunstereignis / 300 Tage beschäftigen sich Kunstprojekte mit Digitalisierung und Globalisierung

Kann das sein? Eine echte Wolke im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM)? Ein entwurzeltes Haus an einem Kran mitten in Karlsruhe? Da mag sich mancher die Augen reiben. Das Kunstereignis „Globale“ zu Karlsruhes 300. Stadtgeburtstag macht es möglich.

Besucherinnen und Besucher können erleben, wie sich Kunst und Wissenschaft ergänzen und Realität werden lassen, was sonst für unmöglich gehalten würde. Vom 19. Juni bis 17. April 2016 bietet das ZKM 300 Tage lang in einem neuen Kunstformat Ausstellungen, Installationen, Aktionen und Veranstaltungen zu den großen Themen des 21. Jahrhunderts: Globalisierung und Digitalisierung.

Den Auftakt der Globale macht heute ab 10 Uhr ein Tribunal. Ankläger im dreitägigen Prozess gegen die Verfehlungen des 21. Jahrhunderts und seine Verbrechen gegen Mensch, Tier und Natur sind unter anderem Kunsttheoretiker Bazon Brock und der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk. Hintergründe zur kritischen Bestandsaufnahme liefern Peter Weibels Installation „Der kälteste Planet des Universums: Das menschliche Herz. Massenmorde im 20. Jahrhundert“ sowie Filme und Texte zu Massakern, Völkermorden, Bürgerkriegen, Attentaten und Terroranschlägen. Die Konferenz wird im Netz per Live-Stream übertragen.

Kunst funktioniert überall. Auch an Baustellen. „Die Stadt ist der Star“ bei der ZKM-Schau, für die Künstlerinnen und Künstler nicht Kunst am Bau, sondern beim Bauen beisteuern. Mit Installationen, Skulpturen und Performances spielen sie mit Maschinen und Materialien. Zur Eröffnung heute um 17.30 Uhr vor der Evangelischen Stadtkirche am Marktplatz präsentiert der Argentinier Leandro Erlich seine spektakuläre Arbeit „Pulled by the Roots“. An den Stahlseilen des „Kunstkrans“ hängen keine typischen Bauutensilien, stattdessen schwebt in luftiger Höhe  ein ganzes Haus. Architektonisch einem historischen Bau von Friedrich Weinbrenner nachempfunden, scheint das Gebäude mit seinem Wurzelwerk buchstäblich aus einer Nachbarstraße herausgerissen zu sein.

Wer Karten zur großen Geburtstagsshow am Samstag vor dem Schloss hat, kann ab 23 Uhr der Premiere der ZKM-Schlosslichtspiele beiwohnen. Die Regie hat diesem Abend  die ungarische Künstlergruppe Maxin10sity. Weitere Fassadenprojektionen setzen das Gebäude über vier Monate hinweg nach Einbruch der Dunkelheit in Szene.

Gefeiert wird auch am Sonntag. Ab 14 Uhr sind im ZKM auf 15.000 Quadratmetern zwei Großinstallationen zu sehen: „Cloudscape“ von Transsolar + Tetsuo Kondo lässt im Innern des Hauses eine Wolke entstehen und Ryoji Ikeda präsentiert mit „micro | macro“ an die Gebäudearchitektur angelehnte Projektionen und Klangwelten, in die Besucher vollständig eintauchen können. Zur Eröffnung sprechen im ZKM-Foyer OB Dr. Frank Mentrup, Kunststaatssekretär Jürgen Walter, EU-Kommissar Günther Oettinger und ZKM-Chef Peter Weibel.

Das Wichtigste in aller Kürze

Auftakt für die Globale ist heute ab 10 Uhr im ZKM ein Tribunal gegen die Verbrechen des 21. Jahrhunderts. Die Schau „Die Stadt ist der Star“ startet um 17.30 Uhr am Marktplatz. Wer Karten zur Geburtstagsshow am Samstag hat, kann ab 23 Uhr den Schlosslichtspielen beiwohnen und am Sonntag um 14 Uhr eröffnen im ZKM Ausstellungen zu Infosphäre und Exo-Evolution. Der Eintritt ist frei. -red-/-maf-

 
 

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