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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Juni 2015

Schulen: Top 15 beim Deutschen Schulpreis

Kultusminister Stoch debattiert mit Schülern am Helmholtz über Lehrplan und Lehrer / Bundesweite Spitzenschule und Forum

Gleich zweimal richteten sich am Mittwoch vergangener Woche viele Blicke auf das Helmholtz-Gymnasium: Über den Deutschen Schulpreis mit Karlsruhes erster Nominierung, und dann wegen des Besuchs von Kultusminister Andreas Stoch. Die Schüler löcherten ihn, übten Kritik und schufen so ein würdiges Forum an einer der 15 besten Schulen der Republik.

Zu einer Auszeichnung hatte es nicht gereicht, doch die einzige Repräsentanz des Landes machte Baden-Württemberg und Karlsruhe alle Ehre bei der Gala in Berlin, wo OB Dr. Frank Mentrup Gast war. Live übertragen und in der Helmholtz-Aula als Public Viewing mitverfolgt, bedeutete schon die Nominierung einen „großartigen Erfolg und eine ganz besondere Anerkennung der jahrelangen Arbeit für eine partizipative und dynamische Schulkultur“, wie das Stadtoberhaupt unterstrich. Zudem war in einem Einspieler „von aufgeschlossenen Schülern in einem leistungsfördernden Umfeld“ die Rede.

Diesen Eindruck transportierte die Aula auch während der Debatte etwa über Lehrer, Motivation, Lehrplan sowie dessen Schwerpunkte zwischen klassischer Bildung und vermeintlich heutzutage entscheidender Aspekte wie IT oder Wirtschaft. Letztere, so Stoch, gab den Anstoß zu G8, dessen holprige Einführung „schlecht“ vonstatten gegangen sei.

Seine Einschätzung zu einem anderen länderübergreifenden Großprojekt: „Man versucht, anzugleichen, wir sind aber weit davon entfernt, zentral Abitur zu schreiben.“ Deutlich distanzierte Stoch sich vom Vorwurf, Informatik abschaffen zu wollen. Medienkompetenz bleibe ein wichtiger künftiger Baustein, der Bildungsplan sei aber auch nicht beliebig formbar. Demokratie- und Friedenserziehung sieht der Minister in vielen Fächern angesiedelt.

Dass 31,7 und nicht wie erwartet 20 Prozent der ankommenden Flüchtlinge schulpflichtig seien, verschärfe den Handlungsdruck. Dabei gelte: „Wir wollen keine Parallelwelten schaffen, sie so schnell wie möglich integrieren.“

Neben Moderator Felix Walz und Johanna Lohrer, Vorstände des Landesschülerbeirats, sowie dem Vorsitzenden des Stadtschülerrats, Leon Rowlin, die bei Stoch saßen, Fragen stellten und beantworteten, Positionen schärften, schritten viele Schüler verschiedener Schulen zum Mikrofon, um ihrer Erfahrung nach Ungerechtigkeiten weiterzugeben. „Die Frage ist so was von berechtigt und die Antwort so was von enttäuschend“, räumte der nach entsprechendem Aufruf „gestocherte“ Stoch wenig Chancen ein, fleißigere Lehrer im Vergleich zu denen zu belohnen, die es „suboptimal machen“.

Der Kultusminister hätte sicher gern dem Helmholtz als Preisträger gratuliert, wusste so aber Interesse und Ehrlichkeit der Schülerschar zu schätzen und versicherte, ihre Stimme habe für ihn Gewicht. „Wenn ich Argumente überzeugend finde, binde ich sie ein.“ Grund zum Feiern gab es am Helmholtz zudem Dienstag schon wieder, weil ausgewählte Schüler als einzige der Fächerstadt den Musikpreis der Werner-Stober-Stiftung Karlsruhe erhielten. -mab-

 
 

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