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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Juni 2015

Sperrmüll: Mischung aus Abruf und Straße

EIN MISCHSYSTEM mit einmal pro Jahr festem Straßentermin und einmal der Berechtigung zum freien Abruf schlägt das AfA am Dienstag dem Gemeinderat für die Sperrmüllabfuhr vor. Foto: Fränkle

EIN MISCHSYSTEM mit einmal pro Jahr festem Straßentermin und einmal der Berechtigung zum freien Abruf schlägt das AfA am Dienstag dem Gemeinderat für die Sperrmüllabfuhr vor. Foto: Fränkle

 

Gemeinderat entscheidet über Verfahren in nächster Sitzung

(erg) Die Beseitigung von Sperrmüll soll ab dem kommenden Jahr in Karlsruhe nach einem in Deutschland offenbar einmaligen System erfolgen.

Jedenfalls kennt weder Bürgermeister Klaus Stapf noch der Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft (AfA), Stefan Kaufmann, einen Stadt- oder Landkreis, wo einmal pro Jahr der Sperrmüll zu einem bestimmten Termin an die Straße gestellt werden kann und die Bürgerinnen und Bürger  einen zweiten, individuellen Abholtermin vereinbaren können. Über dieses neue System berät der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Dienstag und soll es dann auch beschließen, wenn alles wunschgemäß verläuft. Der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit hat es bereits mehrheitlich gebilligt.

Sperrmüll auf Abruf hat das AfA in zuletzt acht Stadtteilen probeweise durchgeführt. Darunter waren auch bevölkerungsreiche Viertel wie Durlach, Neureut oder die Oststadt. Die Erfahrungen, so Kaufmann und Stapf, waren durchweg positiv. Der anschließende Reinigungsaufwand war bedeutend geringer als beim Straßensperrmüll, die Mengen pro Kopf der Bevölkerung in diesen Stadtteilen sind von 24 Kilogramm auf 17 Kilogramm zurückgegangen. Und es gab bemerkenswert weniger Sperrmülltourismus. Dennoch verkennen beide nicht die Vorteile, die auch der Straßensperrmüll bietet. So können sich etwa Menschen mit geringem Einkommen mit noch nutzbaren Gegenständen wie etwa Möbelstücken versorgen. Dies sei zwar bestens ökologisch und auch sozial. "Aber wenn die Sachen dann mit vielleicht nicht sehr umweltfreundlichen Fahrzeugen über Tausende Kilometer wegtransportiert werden, ist das sicherlich nicht ökologisch", wie Stapf einwendet.

Die Kosten beim Straßensperrmüll liegen bei jährlich 1,9 Millionen Euro, vor allem verursacht durch den hohen Reinigungsaufwand, der jeweils nach der Abholung betrieben werden muss, weil der Sperrmüll immer ziemlich zerfleddert ist und auch Dinge dazu gestellt werden, die kein Sperrmüll sind, wie etwa alte Kühlschränke oder Autoreifen. Bei reinem Sperrmüll auf Abruf liegen die Kosten bei 1,4 Millionen Euro, glaubt Kaufmann. Für das vorgeschlagene Mischsystem erwartet er Kosten in Höhe von etwa 1,6 Millionen. Genaueres kann er allerdings erst sagen, wenn das System einmal drei bis vier Jahre gelaufen ist. Wie Stapf hofft er auf Zustimmung des Gemeinderats.

 
 

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