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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Juni 2015

Stadtgeburtstag:“Man ist stolz, Karlsruher zu sein”

ERÖFFNUNGSSHOW Foto: Bastian

ERÖFFNUNGSSHOW Foto: Bastian

ILLUMINIERTE SCHLOSSFASSADE Foto: Fränkle

ILLUMINIERTE SCHLOSSFASSADE Foto: Fränkle

 

Timing und Gefühl passten zur Eröffnungsshow / Spektakel und Akteure lassen staunen

(mab) Dass eine deutsche Stadt mit 300 noch sehr jung ist, störte die Gäste der umjubelten Eröffnungsshow am Samstag nicht. Just ab etwa 16 Uhr spielte auch das Wetter mit, lauerten schon viele auf Einlass. Das Gelände der Geburtstagsparty blieb voll bis nachts, gefeiert hat Karlsruhe wie die Großen. „Besser als erhofft“: die verbreitete Meinung zum Spektakel aus Schauspiel, Tanz, Musik, Pyro- und Lichteffekten. Die komplexe Choreografie ging auf.

Genau zur rechten Zeit zu einer Taufe aus Dortmund angereist waren Christian Krajewski und Claudia Draemann. Als sie zufällig die Tourist-Info entdeckten, wo die gebürtige und passionierte Karlsruherin Doris Kölbel am ersten Verkaufstag zugeschlagen hatte, und nur so vom Stadtgeburtstag erfuhren, kam gerade ein Kunde herein, um zwei Karten zurückzugeben. Hartmut Liebs, 1949 mit sieben als Sohn schlesischer Eltern in die Fächerstadt gekommen, blickte dem „freudigen Ereignis“ in einer „sehr toleranten und schönen Stadt“ gespannt entgegen: „Man ist stolz, Karlsruher zu sein.“ Als solche sollten sich diesen Abend alle fühlen, so OB Dr. Frank Mentrup. Heimatgefühle flammten bei Gerhard Sprissler auf, der vor Jahren nach Bayern zog, von Freunden bedacht wurde, und zur Aufführung kaum die Blicke abwenden konnte: von den für das Gros der 40.000 Besucher aufgestellten Leinwänden. Überall Staunen über die Akteure, die Geschichte, Kultur, Wissenschaft lebendig machten - verstärkt durch imposante Illumination. Noch mehr beeindruckten die Schlosslichtspiele des ZKM. Die Fassade verwandelte sich ständig scheinbar, der Bass ging durch Mark und Bein.

Das erste große Jubeln und Jauchzen lösten bereits die Finalisten der Dance Competition aus, besonders die flotten älteren Bürger gefielen dem Publikum. Das erlebte zuvor ein Best of der Laborbühnen. Teil davon war Selina Weis von der Realschule Rüppurr, die den übrig gebliebenen Stadtgründer verkörpern durfte, was Weis mit Saxofon und Schelle tat. Dann genoss sie die Zuschauerrolle.  Weithin kommentierten Besucher „Wahnsinn!“, „genial“, „sehr kreativ“. Für die Wirkung sprach auch, dass viele nur aufsogen, nicht ständig zum Smartphone griffen. Als ein Leinwandappell deren Taschenlampenfunktion ansprach, entstand ein Lichtermeer: modern und nostalgisch - wie die Show. Wie die meisten mochte Cedric Dujardin kein Einzel-Highlight nennen, ebenso der OB: „Es hat mich umgehauen.“

 
 

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