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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Juli 2015

Kombilösung: Normalbetrieb auf allen Linien

VOM HOHLRAUM KÜNDET NUR NOCH KIES: Das Loch ist längst wieder aufgefüllt, die Bahnen fahren seit Mittwoch wieder durch die Kaiserstraße. Unten laufen Arbeiten zur Freisetzung „Giulias“. Foto: Fränkle

VOM HOHLRAUM KÜNDET NUR NOCH KIES: Das Loch ist längst wieder aufgefüllt, die Bahnen fahren seit Mittwoch wieder durch die Kaiserstraße. Unten laufen Arbeiten zur Freisetzung „Giulias“. Foto: Fränkle

DOPPELTE AUFGABE: „Giulia“ bohrt nicht nur den Tunnel, sondern baut auch dessen Röhre. Foto: Fränkle

DOPPELTE AUFGABE: „Giulia“ bohrt nicht nur den Tunnel, sondern baut auch dessen Röhre. Foto: Fränkle

 

Die Bahnen fahren wieder durch die Kaiserstraße / Die Arbeiten zum Freischneiden des Tunnelbohrers „Giulia“ laufen unter der Erde weiter

Seit Mittwoch rollen in der Kaiserstraße wieder Stadtbahnen und Straßenbahnen zwischen Europaplatz und Kronenplatz. Dadurch herrscht wieder Normalbetrieb auf dem regulären Liniennetz. Im Untergrund laufen indessen die Arbeiten zum Freischneiden der Tunnelvortriebsmaschine „Giulia“ weiter.

„Giulia“ hatte sich vor gut zwei Wochen auf ihrer unterirdischen Bohrtour östlich der Kreuzung der Kaiserstraße mit der Ritterstraße festgefahren. Nachdem das Schneidrad bereits durch war, hatte sich das Stahlschild beim Passieren der westlichen Baugrubenwand der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße in der 1,20 Meter starken Bohrpfahlwand verklemmt. Und sitzt seither dort fest. Das Schild ist der auf das Schneidrad folgende zylindrische Stahlbau. In dessen Schutz liegt die Arbeitskammer, in der auch die Tübbinge zu Tunnelringen zusammengefügt werden.

Parallel zu „Giulias“ Steckenbleiben war darüber Erdreich abgerutscht, unter den Gleisen der Kaiserstraße hatte sich auf der Höhe zwischen Karstadt und Deutscher Bank ein Hohlraum gebildet. Eine Gefahr für Fahrgäste habe „zu keiner Zeit bestanden“, war sich Uwe Konrath, Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (KASIG) mit den anderen am Bau der Kombilösung beteiligen Experten einig. Darüber hinaus hätten Sensoren den Hohlraum sofort angezeigt.

"Überwachungssystem funktioniert einwandfrei"

„Unser Überwachungssystem und die damit verbundene Meldekette funktionieren einwandfrei“,  unterstrich Marko Schimmelpfennig, der Technische Betriebsleiter der AG Stadtbahntunnel, vor den Medien. Nachdem der Alarmwert – eine Absenkung der Schienen um 20 Millimeter -  erreicht war, wurde der Bahnverkehr durch die Kaiserstraße gesperrt. Und die Verkehrsbetriebe setzten umgehend den Umleitungsplan in Kraft. Der sollte auf Anordnung von OB Dr. Frank Mentrup, „um auch wirklich jegliches Risiko auszuschließen“, so lange gelten, bis „Giulia“ unten ihre Fahrt fortgesetzt hat.

Der Hohlraum war schnell verfüllt, der Gleiskörper „verkehrsbereit“, doch „Giulia“ kam durch die zunächst angewandte Methode des Pressendrucks nicht locker. Seit Ende vergangener Woche haben die Tunnelspezialisten Plan B aus der Tasche geholt. Der besteht aus dem bei bereits anderen Tunnelprojekten, so Schimmelpfennig, „erfolgreich angewandten Höchstdruckwasserstrahlverfahren“. Bei diesem sollen messerscharfe Wasserstrahlen den Beton brechen, der das Schild einklemmt und dem Tunnelbohrer damit die Durchfahrt durch die westliche Stirnwand der künftigen unterirdischen Haltestelle Lammstraße ermöglichen.

Sicherheit im Vordergrund

Bei dem jetzt wieder angelaufenen Bahnbetrieb steht die Sicherheit im Vordergrund. Wie die KASIG mitteilt,  „beeinflussen sich der Betrieb an dieser Stelle und Höchstdruckwasserstrahlverfahren nicht gegenseitig“. Geplant ist zunächst, den Bahnbetrieb bis zu diesem Wochenende (11. und 12.Juli) aufrecht zu erhalten. Wenn „Giulia" bis dahin freigekommen ist, wird sie ebenfalls am Wochenende die Kurzstrecke unter dem inzwischen verfüllten Hohlraum zurücklegen. Für diese Zeit werde dann laut KASIG „noch einmal der Bahnbetrieb eingestellt.“ Als reine Vorsichtsmaßnahme. -trö-

 
 

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