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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Juli 2015

Schulen: Neues, helles Zentrum

ANGEMESSENE EINGANGSGESTE und gute, zweigeschossige Raumfolge: Der GJL-Schul-Entwurf überzeugte. Foto: Müller-Gmelin

ANGEMESSENE EINGANGSGESTE und gute, zweigeschossige Raumfolge: Der GJL-Schul-Entwurf überzeugte. Foto: Müller-Gmelin

 

Jury benennt Gewinner für Ausbau der Weiherwaldschule

„Das Blatt war zu 95 Prozent beschrieben. Trotzdem bekamen wir Konzepte, fünf völlig unterschiedliche Ansätze. Das zeigt den Wert einer Mehrfachbeauftragung“, beschrieb der Darmstädter Architektur-Professor Johann Eisele seine Erfahrung als Jury-Vorsitzender zur Erweiterung und Modernisierung der Weiherwaldschule.

Trotz Korsett, das vor allem aus Respekt vor dem Weiherfelder Bestand angelegt worden war, hätten die Beiträge Kreativität und Zielgerichtetheit ausgestrahlt. Zugleich kam einstimmig aus Sicht der Juroren nur ein Gewinner in Frage: Das Karlsruher Architekturbüro Grube Jakel Löffler (GJL) belegt Rang eins und wird mit der Planung betraut.

Im Sinne des Ganztagsbetriebs erhält die 1961 errichtete Grundschule einen Mensabereich mit zugehöriger Küche und Nebenräumen sowie zwei Aufenthaltsräume und so ein neues Zentrum von Ost nach West zwischen den Riegeln des Baus. „Endlich hat die Schule einen klaren Eingang, den im Übrigen alle Kandidaten zeichneten“, zeigte sich Eisele erfreut.

Die Leiterin des für die Umsetzung, voraussichtlich bis Ende 2018, verantwortlichen Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft, Anne Sick, begrüßte den weiten, lichten Durchblick, den die offen und mit Atrium konzipierte Gestaltung der Mittelzone erzeuge.

Die zu treffende Entscheidung ergab, dass die Beiträge von Ulrich Langensteiner (Ettlingen) und Milla Architekten (Karlsruhe) im zweiten Rundgang ausschieden; trotz Gefallen teils auch wegen vor allem den baulichen Kontext sprengender Ideen. Rang drei fiel an Klinkott Architekten, Zweiter wurde Matthias Tebbert (beide Karlsruhe) - allen drei Erstplatzierten wurde eine positive Zurückhaltung angerechnet.

Jurorin Sick lobte die unprätentiöse, zum Weiterentwickeln geeignete GJL-Arbeit, Tebberts Entwurf fand sie auch „sehr gut“ und „ansprechend“ - aber: „So bekommen wir das Erdgeschoss nie hin.“ Den größeren Nutzflächenanteil, so Eisele, biete Tebbert, den größeren Verkehrsflächenanteil GJL, was Raum zum Aufhalten, Spielen, Lernen schaffe. Jürgen Löffler lächelte zum Erfolg bei einer „besonderen Herausforderung“, die größten Wert auf Funktionalität lege.

Eine Jury-Entscheidung sei nie absehbar, darum „geht man lieber davon aus, dass es schiefgeht“. Stattdessen sind nur etwa hinsichtlich Farbe und Fassade noch Überarbeitungen zu bereden. Ansonsten konstatiert die Jury im Protokoll: „Die Verfasser führen das äußere Erscheinungsbild fort, werten den Eingangsbereich erheblich auf und schaffen damit außen- wie innenräumlich eine neue Qualität.“ -mab-

 
 

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