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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Juli 2015

Festivalsommer: Ausfahrt in der „Wiege der Mobilität“

BEGEISTERUNG weckt jeder Korso, der immer auch Tribut zollt. Foto: KA 300

BEGEISTERUNG weckt jeder Korso, der immer auch Tribut zollt. Foto: KA 300

GESCHICHTE WIRD LEBENDIG, wenn OB Mentrup gemeinsam mit Bertha Benz eine der schon traditionellen Ausfahrten ziert, die automobile Entwicklungen Revue passieren lassen. Foto: KA 300

GESCHICHTE WIRD LEBENDIG, wenn OB Mentrup gemeinsam mit Bertha Benz eine der schon traditionellen Ausfahrten ziert, die automobile Entwicklungen Revue passieren lassen. Foto: KA 300

 

Tribut an Carl Benz / Rund 400 Fahrzeuge rollen Sonntag als Parade durch die Innenstadt, darunter Legenden

Im Jubiläumsjahr rollt am kommenden verkaufsoffenen Sonntag Historisches heran: Vor 300 Jahren war die Entwicklung des Autos noch nicht weit gediehen, aber immerhin führt ein Nachbau des Patent-Motorwagens Nummer 1 von 1886 den rund 400 Fahrzeuge umfassenden Korso „Tribut an Carl Benz“ an, um direkt den berühmten Sohn der Stadt zu ehren und zehntausenden Passanten Freude zu bereiten, Geschichte zu vermitteln.

Die „Wiege der Mobilität“ hat Organisator Arnt-Martin Bokemüller als Status Karlsruhes bildlich vor Augen, wenn er - stets verbunden - an Rad-Pionier Carl Drais und Benz denkt, die beide aus Karlsruhe stammen. Die Weltmarke mit dem Stern wird das Gros der Fahrzeuge stellen und Urenkelin Jutta Benz Ehrengast sein. Auch Ford ist über Modelle einer Zeitspanne von 1910 bis 1972 imposant vertreten, doch der Reigen bietet noch mehr: „Das erste Fahrzeug einer legendären Marke“ kündigt Bokemüller als Überraschungs-Rekonstruktion unter vielen Raritäten an, zudem werden fünf der zehn ältesten Hersteller vertreten sein, darunter Rochet Schneider.

Dass die Idee zum Automobil einem Karlsruher Kopf entsprang, der die Welt verändert habe wie Bokemüllers Ansicht zufolge höchstens danach noch der private Computer, gelte es noch schärfer im städtischen Bewusstsein zu verankern. Was den Bonnern Beethoven und den Frankfurtern Goethe, sollte den Karlsruhern Benz sein.

Darum der Tribut, der am Sonntag um 8.30 Uhr mit der Einfahrt beginnt und ab 18.30 Uhr mit der Ausfahrt endet, die vom Schlossplatz über Zirkel und Kaiserstraße bis zum Kronenplatz vonstatten gehen soll. Das SWR-Fernsehen überträgt live ab 16 Uhr, und das SWR-Radio übernimmt schwerpunktmäßig die Fahrzeugpräsentation ab 11.30 Uhr.

Auch besteht Gelegenheit, sich die Wagen in Ruhe anzuschauen und Eindrücke von der hohen Kunst der Rekonstruktion zu gewinnen - über die Offene Werkstatt von Karl-Christoph Kirschinger, Mitglied des Vereins Tribut an Carl Benz. Bei dieser Arbeit geht es oft um Jahres- oder Lebensaufgaben. Karosseriebau-Nachwuchs suchen die Hersteller händeringend. Daimler präsentiert auf dem Stephanplatz eine Sonderschau zur Zukunftstechnologie, das Ein-Liter-Auto von VW nimmt auch am Korso teil.

Einige Oldtimer sind noch über Sonntag hinaus im Einkaufszentrum Ettlinger Tor zu sehen, auf dessen Areal einst auch die erste Wohnung der Familie Benz stand.  „Mehr als 80 Prozent der Fahrzeuge kommen aus einem Radius von 70 Kilometern rund um Karlsruhe zu uns“, betont Bokemüller die bis heute reale regionale Kraft. -mab-

 
 

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