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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Juli 2015

Majolika: Rehkitz auf Zeitreise

BACK TO BAMBI: Enno Ilka Uhde, EB Wolfram Jäger, Klaus Lindemann (Vorstand Majolika-Stiftung) und Majolika-Geschäftsführer Dr. Dieter Kistner (v. l.) eröffneten die Schau am Rondellplatz. Foto: Fränkle

BACK TO BAMBI: Enno Ilka Uhde, EB Wolfram Jäger, Klaus Lindemann (Vorstand Majolika-Stiftung) und Majolika-Geschäftsführer Dr. Dieter Kistner (v. l.) eröffneten die Schau am Rondellplatz. Foto: Fränkle

 

„Back to Bambi“ führt von Stadtgründung bis ins Heute

In den Räumen des Regierungspräsidiums am Rondellplatz sind derzeit 301 Stelen zu sehen. Die stehen für die 300 seit der Stadtgründung zurück gelegten Jahre und das noch gut fünf Monate unvollendete Jubiläumsjahr.

Die Zeitlinie von an die 140 Metern Länge, die sich dort an den Wänden entlang zieht, kreierte und inszenierte der in Karlsruhe lebende Künstler und Performance-Designer Enno Ilka Uhde im Auftrag der Majolika. Gemeinsam mit deren künstlerischen Leiterin Martina Kistner-Bayne schuf er als Beitrag der Majolika zum 300. Geburtstag der Fächerstadt ein nach dem Prinzip der modernen Reihung gestaltetes Gesamtkunstwerk aus 301 Unikaten.

„Back to Bambi“ lautet der programmatische Werktitel, der zum einen an die zunächst weißen, seit 1958 vergoldeten Keramikskulpturen der Majolika erinnert, die bis 1963 jährlich in Karlsruhe beim „Bambi-Medienpreis“ an Weltstars wie Rock Hudson oder Gina Lollobrigida verliehen wurden. Zum anderen ist das Bambi durch seine irdene Beschaffenheit für Uhde „ein Symbol der Beständigkeit, der Erdhaftigkeit und Erdung“. Und auf allen Stationen der Zeitreise dabei.

Über jedem der von Uhde individuell gestalteten Bilder auf den 2,20 Meter hohen Stelen prangt ein Original Bambi-Kopf der Majolika in Keramik mit schwarzer, grauer, Platin- oder Goldglasur. Die Bilder selbst, die Uhde auf mit Leinwand bespannten Holzrahmen auf eine Grundierung aus schwarzer, roter, hellgrauer oder goldener Acrylfarbe legte, sind gemalte, gekratzte oder auch geschriebene Erinnerungsfragmente an Ereignisse in Karlsruhe und der Welt im Jahr für das das jeweilige „Zeitstück“ steht. Jede einzelne Stele erzählt Geschichte „und spricht für sich“, betonte Erster Bürgermeister Wolfram Jäger bei der Eröffnung der Ausstellung.

Ein Stück vonStadt und Welt

In „Back to Bambi“ können Besucher „ein Stück von Karlsruhe und der Welt miterleben“ unterstrich Regierungsvizepräsidentin Gabriela Mühlstädt-Grimm bei der Vernissage. Die einzelnen „Zeitstücke“ können Interessierte auch zu Hause oder an einem anderen Platz ihrer Wahl auf sich einwirken lassen. Die Stelen sind in der Präsentation zu kaufen. Eine war schon vor der Eröffnung weg. Die von 1952, dem Jahr der Gründung des Südweststaats und der Regierungspräsidien hatte sich Mühlstädt-Grimm für ihr Haus gesichert. Doch so einige warten in der Ausstellung noch auf neue Besitzer. „Back to Bambi“ hat bis 26. Juli täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. -trö-

 
 

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