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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Juli 2015

Sicherheit: Bürger beurteilen Lage wenig rosig

KÖNNEN WIR HELFEN? Die Steifen des Kommunalen Ordnungsdiensts wollen nicht nur das Sicherheitsempfinden verbessern, sondern auch mit den Bürgerinnen und Bürgern in Dialog treten. Foto: Fränkle

KÖNNEN WIR HELFEN? Die Steifen des Kommunalen Ordnungsdiensts wollen nicht nur das Sicherheitsempfinden verbessern, sondern auch mit den Bürgerinnen und Bürgern in Dialog treten. Foto: Fränkle

 

Empfinden widerspricht der Realität / Polizei sieht Karlsruhe als sichere Stadt / Blick auf Rolle des KOD

Sicherheit und Ordnung ist ein vielschichtiges Themenfeld. Bei dessen Einschätzung spielen nicht nur reine Fakten, sondern auch Empfindungen, Ängste, Vorurteile eine entscheidende Rolle. Dies wurde bei der jüngsten Sitzung des gemeinderätlichen Hauptausschusses deutlich, bei der zwei Berichte zu unterschiedlichen Bewertungen der Lage in der Fächerstadt kamen.

Der Faktencheck der Polizei brachte ein eindeutiges Ergebnis:  „Karlsruhe ist eine sichere Stadt“, lautete die Bilanz von Günter Freisleben. In seinem Bericht zur objektiven Sicherheitslage sah der Präsident des Polizeipräsidiums vor allem beim Problem der Wohnungseinbrücke eine „Trendumkehrung“. So sei die von 2013 auf 2014 drastisch gestiegene Zahl solcher Straftaten inzwischen wieder um fünf Prozent gesunken. Die polizeilichen Maßnahmen, allein 50 Beamte auf die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen anzusetzen, hätten gegriffen.

Diebesbanden bereiten Sorgen

Sorge bereitet dem Polizeipräsidenten indessen die Beobachtung, „dass sich die bandenmäßige Kriminalität jetzt auf den Diebstahl aus Autos und von Fahrrädern verlegt“. Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit sollen verstärkte Fahrzeug- und Fußstreifen sorgen. Und als weiteres Mittel kündigte Freisleben an, Pedelec-Streifen einzuführen.

Die Ergebnisse der Bürgerumfrage 2014 zum Sicherheitsempfinden, die die Leiterin des Amts für Stadtentwicklung Dr. Edith-Wiegelmann-Uhlig vorlegte, zeichneten ein etwas anderes Bild. Danach hat sich „das wahrgenommene Sicherheitsniveau“, so Wiegelmann-Uhlig, auf die Verhältnisse von 1999 zurückbewegt“. Nach der Umfrage fühlen sich vier von fünf der befragten Karlsruher auf Straßen, Plätzen und in Grünanlagen ihrer Wohngegend bei Tag sicher, bei Dunkelheit allerdings nur noch knapp ein Drittel.

Eine Verbesserung des Sicherheitsempfindens im Stadtteil in den letzten Jahren sehen überdurchschnittlich viele Befragte in Oberreut und in der Südstadt. Deutlich unsicherer fühlen sich viele Bürger in Weiherfeld-Dammerstock, Innenstadt-Ost, Daxlanden, Rintheim und in der Oststadt. Als Belastungen genannt wurden vor allem Ruhestörungen, Pöbeleien Betrunkener, Schmutz oder Müll. „Wiederholt erlebte Ordnungsverstöße wirken mehr auf das Sicherheitsempfinden ein als konkrete Straftaten“, erläuterte Freisleben. „Das Thema Sauberkeit muss zur Sicherheit dazugehören“, war damit für SPD-Fraktionschef Parsa Marvi klar.

Wahrnehmung hängt von Tageszeit ab

Nicht nur auf Straßen und Plätzen im Stadtgebiet, sondern auch im ÖPNV hängt die Wahrnehmung von Ordnungsverstößen von der Tageszeit ab. Auch in Bus und Bahn fühlen sich bei Nacht wesentlich mehr Fahrgäste durch störende Vorfälle belästigt als tagsüber.

Diesen Vorfällen nachzugehen ist auch Aufgabe des Kommunalen Ordnungsdiensts (KOD). Dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien mit allen polizeilichen Befugnissen ausgestattet, dürften Platzverweise aussprechen, Identitäten feststellen, wie auch Zwang ausüben, unterstrich der Leiter des Ordnungs- und Bürgeramts Dr. Björn Weiße vor dem Ausschuss. Vor allem aber wolle der KOD Sicherheit vermitteln und freue sich, so Weiße, „wenn ihn die Bürger auf seinen Streifen ansprechen“.

Bekannt ist der KOD laut Unfrage über der Hälfte der Bevölkerung. Zwei Drittel derjenigen, die schon Kontakt mit ihm hatten, schätzen den KOD als „kompetent“ ein. Und über 70  Prozent der Befragten fühlen sich sicherer, wenn sie den KOD in ihrer Nähe wissen.

Kurze Debatte über KOD

In der kurzen Debatte zum KOD regte CDU-Stadträtin Karin Wiedemann an, diesen auszustocken, während GRÜNE-Stadträtin Dr. Ute Leidig Polizei und Sozialarbeiter „für geeigneter“ hielt, das Sicherheitsempfinden zu verbessern. Einmütig einverstanden war der Ausschuss dann mit den Vorschlägen zum weitern Vorgehen, die OB Mentrup auf den Tisch legte: Sicherheit und Ordnung in den Stadtteilen bei Bürgerversammlungen zum Thema machen, Müll und Verschmutzung ernst nehmen, die Sicherheit im ÖPNV als eigenständigen Aspekt weiterverfolgen -trö-

 
 

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