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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. Juli 2015

Zoologischer Stadtgarten: Kleinod zukunftsfähig machen

 

Bürgerforum Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten / Zusammenspiel Mensch, Tier und Pflanzen: Stadt informierte aus den Projektgruppen

„Der Zoologische Stadtgarten ist ein ganz besonderes Kleinod - und ein ganz besonders emotionales Thema“, ist sich OB Dr. Frank Mentrup beim Bürgerforum zum Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten der Bedeutung der Aufgabe bewusst, die Anlage in die Zukunft zu führen.

Damit sie für Karlsruherinnen und Karlsruher sowie Gäste gleichermaßen attraktiv bleibt, „müssen wir einiges verändern“, betonte Mentrup. Allein, um einen Zoo zu leiten, muss man 32 europäische Richtlinien, Gesetzte und Verordnungen befolgen, darunter etwa das Säugetiergutachten, das Anforderungen an eine Weiterentwicklung bei der Tierhaltung stellt. Im Parkbereich wiederum setzt der Denkmalschutz enge Grenzen. Ziel sei, so Mentrup, mit einer Gesamtschau das Zusammenspiel von Tieren, Menschen und Pflanzen zukunftsfähig zu machen.

Was hierzu sechs städtische Projektgruppen auch mit externen Fachleuten vorgedacht, haben, haben diese letzte Woche den rund 170 Besucherinnen und Besuchern des Forums vorgestellt, um ein Stimmungsbild  zu erhalten. Bereits über den in der Bürgerumfrage 2015 enthaltenen Frageblock zum Zoologischen Stadtgarten (ZSG) hatte sich die Stadt ein Feedback von den insgesamt rund 2000 Befragten geben lassen. Danach besucht jeder zweite den ZSG ein oder mehrfach im Jahr. Rund zwei Drittel schätzt die Kombination aus Zoo und Stadtgarten, der überwiegende Teil (84 Prozent) möchte an der Aufteilung der Flächen von Zoo und Parkbereich nichts ändern.

Leitthema Wasser

Im Forum vorgestellt wurde die analytische Draufsicht auf die Flächen. Feststellung: Wasser spiegelt sich in der Anlage in vielen Facetten wider - mit Japangarten, Gondolettabooten, dem Lauterberg als Wasserspeicher, dem Exotenhaus mit Flusslandschaft bis hin zu Lebensraum Wasser und Bergwelt Himalaya mit Nebelwald und ariden Lebensräumen. Wasser ist verbindendes Element zwischen Zoo und Stadtgarten: Warum also nicht ein Leitmotiv „Wasser“ als Alleinstellungsmerkmal?

Bei den Tieranlagen genügt etwa das Affenhaus nicht mehr den Anforderungen, die etwa aus dem Säugetiergutachten abzuleiten sind. Und: Die „Kachelarchitektur“ der Gehege möchten die Besucher nicht sehen. Auch dem „Service von Anfang“ an, galt der Fokus: Kassen mit Information, Sanitäreinheit oder auch Gastronomie. Was braucht man, um den Besuch als entspannten, gut organisierten und lehrreichen Aufenthalt zu erleben? Hier in der Bearbeitung sind Informationssysteme oder auch Wissensvermittlung - mit klassischen und neueren medialen Elementen. Aufgabenstellungen auch: Neue Zielgruppen erschließen, mit einem Mehr an Angebot zur Refinanzierung beitragen. Nicht zuletzt sind die Bedürfnisse der Menschen hinter den Kulissen zu betrachten, deren Arbeitsbedingungen im ZSG.

Handlungsbedarf bei Technik

Aktueller Handlungsbedarf besteht bei der Technik bei allen älteren Gebäuden. Eine weitere Erkenntnis: Der Zoo ist professionell im Tierbereich unterwegs, gleiches gilt für das Gartenbauamt beim Stadtgarten. Nicht immer optimal laufen die ämterübergreifenden „zentralen Dienste“. Ein Aspekt, der bei der künftigen Organisationsstruktur Beachtung finden wird.

Nach dem Infoblock konnten Forumsteilnehmer das Gespräch an drei Thementischen suchen und dort ihre Lieblingsthemen hinterlegen. Während man beim Thementisch Erlebnisvermittlung eher ein generelles Grundinteresse an allen Aspekten signalisierte, lag der Fokus bei der Flächensystematik bei „Tiergehege groß und naturnah gestalten“ und beim Baukonzept auf „Besucher und Tiere sollen sich gleichermaßen wohlfühlen“.

Reinschmidt: Projekt auf gutem Weg

„Wenn sich so viele Menschen für die Anlage interessieren, wird das Projekt sicher einen guten Weg gehen“, war der neue Zooleiter Dr. Matthias Reinschmidt zuversichtlich, er werde sich in den Prozess gerne mit weiteren Ideen einbringen. Gartenbauamtsleiter Helmut Kern betonte beim Forum, dass er seinen Part darin sehe, das „Juwel“ der gärtnerischen Leistung als Naherholung zu bewahren.

Den Prozess weiter begleiten

Was bisher passiert ist und vertiefende Informationen finden Interessierte auf der Projektseite www.karlsruhe.de/zoostadtgarten-ek, die auch über die Homepage des Zoologischen Stadtgartens www.karlsruhe.de/zsg zu finden ist. Das Projektteam ist per Mail über zoostadtgarten@karlsruhe.de zu erreichen. Das nächste Bürgerforum ist für Herbst dieses Jahres geplant. Bis Ende des Jahres soll das fertige Konzept vorliegen. -rie-

 
 

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