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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Juli 2015

Städtisches Klinikum: Maximalversorgungshaus auf gutem Weg

HAT GEWINN ERZIELT, priorisiert aber weiter die optimale medizinische Behandlung und macht Fortschritte: das Klinikum. Foto: Fränkle

HAT GEWINN ERZIELT, priorisiert aber weiter die optimale medizinische Behandlung und macht Fortschritte: das Klinikum. Foto: Fränkle

 

Operativ mit zwei Millionen wieder positives Ergebnis / Patientenwohl hat Vorrang

„Das Städtische Klinikum Karlsruhe ist auf einem guten Weg.“ Diese positive Ansicht speiste der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, Bürgermeister Klaus Stapf, am vergangenen Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz aus einem operativen Gewinn, den das Krankenhaus der Maximalversorgung im Geschäftsjahr 2014 erzielt hat.

Auch wenn der Betrag nur zwei Millionen Euro ausmacht, sehen Stapf und die beiden Geschäftsführer des Klinikums - Markus Heming, fürs Kaufmännische zuständig, und der ärztliche Leiter, Prof. Dr. Hanns Jürgen Hennes - die Talsohle erreicht. Die laufenden Erlöse lagen 2015 bei 315 Millionen Euro, verglichen mit 302 Millionen im Jahr zuvor. Allerdings sind auch die Aufwendungen angestiegen: von 302 Millionen Euro auf im vorigen Jahr 312 Millionen.

Allein die Personalkosten machen dabei fast 210 Millionen Euro aus. Ohne sich über Lohnsteigerungen beklagen zu wollen, führte Heming Tariferhöhungen an, die so nicht in der Budgetplanung vorgesehen waren. Der bisherige Tiefpunkt bei den Finanzen wurde 2013 erreicht. Damals wies das Gesamtergebnis ein Defizit von acht Millionen Euro auf. Auch im operativen Bereich war ein Minus von vier Millionen Euro angefallen.

Medizin vor Wirtschaftlichkeit

Die Leitung des Krankenhauses mit rund 4.500 Beschäftigten auf 3.135 Vollzeitstellen betont, dass medizinisch optimale Behandlung vor dem wirtschaftlichen Erfolg stehe. Dass vergangenes Jahr 28 Vollzeitkräfte weniger beschäftigt waren als 2013, habe die Belastung für die anderen Mitarbeiter erhöht. Zumal die Schwere der zu behandelnden Erkrankungen stetig zunehme.

Der ärztliche Geschäftsführer Hennes hat seine Stelle erst zum 1. März angetreten. Er hat, wie Stapf lobte, dabei eigene Gedanken und Ideen mitgebracht, wie sich das Klinikum medizinisch noch besser aufstellen könne. Noch nicht gesagt werden konnte, in welchem Kostenbereich sich das neu zu bauende Haus M als Funktions- und Bettentrakt bewegen wird. Stapf räumte aber ein, dass die einmal anvisierten 170 Millionen wohl nicht reichen werden. Förderanträge sind gestellt. In Höhe von 43,7 Millionen Euro hat das Land bereits die Förderung für den Neubau des Institutsgebäudes bewilligt, Spatenstich dafür ist im Oktober.

Operation mit 3-D-Implantat

Als Beispiel für das Ziel des Klinikums, Patienten möglichst schonend zu behandeln, schilderte der Neurochirurg Prof. Dr. Uwe Spetzger die im Mai erfolgte, bisher weltweit einmalige Operation, bei der einem Patienten eine im 3-D-Drucker entstandene Prothese in die Halswirbelsäule eingesetzt worden ist. Von weiteren innovativen und spektakulären Erfolgen des Klinikums in der Entwicklung der Medizin berichtete Prof. Hennes.

Kein gutes Haar ließen Heming und Stapf am geplanten Krankenhausstrukturgesetz. An der chronischen Unterfinanzierung der Krankenhäuser  ändere dieses Gesetz nichts. Schon jetzt sei es so, konstatierte Stapf, dass ein Krankenhaus sowohl bestraft würde, wenn es über, als auch wenn es unter seinen geplanten Zahlen bleibt. -erg-

 
 

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