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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. Juli 2015

Wettbewerb "Zukunftsstadt": Visionen für Stadtteil von morgen entwickeln

HAUS ÜBER DEN WOLKEN: OB Dr. Mentrup, Dr. Wiegelmann-Uhlig, Prof. Nurten Avci und David Hermanns (v.l.) mit Schüler-Visionen. Foto: Fränkle

HAUS ÜBER DEN WOLKEN: OB Dr. Mentrup, Dr. Wiegelmann-Uhlig, Prof. Nurten Avci und David Hermanns (v.l.) mit Schüler-Visionen. Foto: Fränkle

 

Referenzstadtteile: Mühlburg und Knielingen / Breiter Bürgerbeteiligungsprozess / Wissenschaftliche Begleitung

Karlsruhe richtet den Blick nach vorn. Anfang des Monats startete das Projekt "Zukunfts¬stadt Karls¬ruhe - SmartQuarterVision KA 2030+", vergangene Woche fanden die ersten Workshops statt. Entwickelt werden sollen Visionen für den Stadtteil von morgen.

Zentrale Kampagne des Wissenschaftsjahrs 2015 ist der bundesweite Wettbewerb "Zukunftsstadt". Insgesamt 168 Städte, Gemeinden und Landkreise hatten sich mit Vorschlägen beworben, Karlsruhe zählt zu den 51, deren Projekt sich für die erste Runde qualifiziert hat. "Zukunftsstadt Karlsruhe - SmartQuarterVision KA 2030+" lautet der Beitrag der Fächerstadt.

Entwickelt werden soll eine ganzheitliche und nachhaltige Vision für Karlsruhe und zwar anhand der beiden Referenzstadtteile Mühlburg und Knielingen. "Ich bin froh, dass wir die erste Hürde genommen haben", erinnerte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup vergangenen Donnerstag bei der Projektvorstellung daran, dass Karlsruhe als Planstadt schon immer eine Zukunftsstadt gewesen sei und dass hier von Beginn an Freiraum geschaffen worden sei für neue Ideen.

Den hatten auch die Schülerinnen und Schüler aus Knielingen, die vergangenen Donnerstag auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft im Rheinhafen ihren Zukunftsvisionen freien Lauf lassen konnten. Ginge es nach ihnen, gäbe es im Jahr 2030+ fliegende Fahrräder und Roller, Surfboards, die sich mit Körperwärme antreiben lassen, oder Häuser, in denen Menschen über den Wolken wohnen, auf der Erde darunter Lebensmittel anbauen und die Straßen in den Untergrund verlegt haben.

Und in der Tat: Zu den Herausforderungen der Städte zählen demographischer Wandel (viele Menschen, wenig Platz), Klimawandel und Energiewende. Die Workshops auf dem Schiff sind Teil eines "aufwändigen Bürgerbeteiligungsprozesses", wie Dr. Edtih Wiegelmann-Uhlig, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung (AfSta), erläuterte. So folgen bis März 2016 Besuche bei Bürgervereinen und verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Knielingen und Mühlburg, sowie Wettbewerbe und Visionswerkstätten, deren Ergebnisse in das Konzept "Stadtteil der Zukunft - SmartQuarterVision KA 2030+" einfließen. Mit diesem Konzept möchte sich Karlsruhe für die zweite Runde des Wettbewerbs qualifizieren.

Im Zukunftsstadt-Team zusammengeschlossen haben sich: AfSta (Projektleitung), CyberForum Service GmbH (Operatives Projektmanagement), Europäisches Institut für Energieforschung EIFER (Wissenschaftliche Begleitung) sowie Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse ITAS am Karlsruher Institut für Technologie (Beratung). Wie Prof. Nurten Avci, Vize-Direktorin von EIFER, berichtet, unterstützt ihr interdisziplinär ausgerichtetes Institut auch in Mulhouse (Elsass) bei der nachhaltigen Stadtteilentwicklung sowie in Berlin beim Umbau des Flughafen-Areals Tegel.

Zum Zukunftsstadt-Team Karlsruhe steuert EIFER einen Stadtplaner und zwei Soziologinnen bei. Gute Voraussetzungen für die Zukunftsstadt Karlsruhe sieht David Hermanns, Geschäftsführer von CyberForum e. V. und CyberForum Service GmbH: "Die Technologie ist vorhanden, aber wir brauchen auch die Akzeptanz und Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger." Wer jetzt Lust bekommen hat mitzumachen, kann sich unter www.karlsruhe.de/zukunftsstadt oder auf Facebook weiterinformieren. -res-

 
 

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