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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Juli 2015

Gemeinderat: Sicherheit geht vor

GELÄNDE MIT GANZ EIGENEM CHARME: „Hinterm Hauptbahnhof“ haben sich Maler, Bildhauer und Konzeptkünstler angesiedelt. Foto: Fränkle

GELÄNDE MIT GANZ EIGENEM CHARME: „Hinterm Hauptbahnhof“ haben sich Maler, Bildhauer und Konzeptkünstler angesiedelt. Foto: Fränkle

 

Gremium ringt um Zukunft des Atelierareals

Um die Zukunft des Areals „Hinterm Hauptbahnhof“ und die der Künstlerateliers wurde am Dienstag im Gemeinderat leidenschaftlich gerungen.

„Wir stellen uns hinter die Begründung der Räumung“ war sich CDU-Stadtrat Tilman Pfannkuch mit der Stadt einig, dass Sicherheitsaspekte eine „klare Linie“ erforderten. Mit „Billigsanierung“ sei nichts zu machen, das „ist ein richtig dickes Brett“. Als Ausweichquartier für die Künstler brachte seine Fraktion die Majolika Manufaktur ins Spiel. Die Anregungen der SPD - Konzept „Kulturpark Altes Heizkraftwerk“, Schadensanalyse, Ersatzflächen - fänden sich in der Vorlage wieder, deshalb war Elke Ernemann zufrieden. Wichtig sei, den Künstlern eine Rückkehr zu ermöglichen, realistischerweise nicht mehr in die jetzige Idylle und zu den günstigen Mietpreisen.

„Das Gelände wird ein anderes sein“, sah Dr. Ute Leidig die Neukonzeption dennoch auch als Chance. Die Sanierung solle auf die Schaffung bezahlbaren Kulturraums abzielen. „Bauchschmerzen“ bereitete den Grünen die „Ermächtigung zur Räumung.“ Besser wäre es, die Gebäude nach und nach in Stand zu setzen und damit einem Teil der Künstler den Verbleib zu ermöglichen. Zum Umdenken mittels „Rest-Taste“ forderte Lüppo Cramer von der KULT-Fraktion auf und plädierte für eine erfolgreiche Stadtentwicklung, die stadtgeschichtliche und stadtgestalterische Aspekte sowie kulturelle Nutzung gleichermaßen berücksichtige.

FDP-Stadtrat Thomas Hock ging alles zu schnell, er fühle sich auf dem Weg „nicht mitgenommen.“ Seine Partei wollte das Areal nachhaltig in Regie der Fächer GmbH entwickeln. Die Ateliervergabe solle über das Kulturamt erfolgen. Umgehende Räumung und Abriss der Gebäude forderte Dr. Paul Schmidt (AfD). Der Gemeinderat sei verantwortlich für „Wohl und Wehe der gesamten Stadt“, es gäbe Wichtigeres als die Interessen einiger Künstler.

Niemand erwarte, dass alles beim Alten bleibe. Auch die Künstler nicht. Allerdings solle man die Ateliergemeinschaft bei den Planungen unbedingt einbeziehen, betonte Sabine Zürn (Die Linke). Als „gute Grundlage“ für künftige Entwicklungen sah GfK-Stadtrat Eduardo Mossuto die Vorschläge der Verwaltung und Jürgen Wenzel (FW) bat, die Kolonie „größtmöglich zu erhalten“, er fühle sich ihr „sehr verbunden.“ -maf-

 
 

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