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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Juli 2015

Räumliches Leitbild: Regiebuch für gemeinsamen Weg

DIE FÜNF-MINUTEN-STADT: Auf kurzen Wegen durchs Quartier. Foto: Fränkle

DIE FÜNF-MINUTEN-STADT: Auf kurzen Wegen durchs Quartier. Foto: Fränkle

 

Planungsausschuss beauftragt Verwaltung mit Handlungsrahmen

Die Ausstellung „Die Stadt neu denken“ hat den bisherigen Prozess zum Räumlichen Leitbild Karlsruhe über sieben Stoßrichtungen strukturiert. Diese Themenfelder hat das Leitbild-Team weitergedacht und für kleinräumige Betrachtungen (sogenannte Lupen) Aufgaben benannt.

Per Sondersitzung klinkte sich der Planungsausschuss unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert kürzlich in den Prozess ein. Einstimmig begrüßte er den eingeschlagenen Weg und beauftragte die Verwaltung, den Aufgabenkatalog zu einem Handlungsrahmen auszuarbeiten. Ende 2016 soll der Gemeinderat - wie gehabt nach Rückkoppelungen mit der Öffentlichkeit - das Leitbild beschließen. Das Regiebuch ist kein starres Konzept, sondern als Vereinbarung für Politik und Bürgerschaft gedacht, bei der Weiterentwicklung der Stadt in die gleiche Richtung zu gehen.

Kurz-, mittel- und langfristig sollen die Aufgaben umgesetzt werden. Hinzu kommen Visionäres. „Vorbereitet sein, um zu gegebener Zeit die Gunst der Stunde nutzen zu können“, lautet das Motto. Als „Joker-Fläche“ im Sinne einer „visionären Aufgabe“ ausgemacht wurden im bisherigen Prozess etwa die Raffinerien.

„Mehr Wohnen“ und “Dynamisches Band“ sind die beiden Schwerpunktthemen, die die wachsende Stadt anpacken muss, um  für die Zukunft attraktiv zu sein (siehe nächsten Beitrag). Bei „Klare Konturen“ war das Stimmungsbild aus dem Ausschuss eindeutig: Das Wachstum der Stadt soll sich auf Bereiche beschränken, die innerhalb der Kontur liegen - im Sinne einer Außenkante, aber auch von Übergängen innerhalb der Stadt.

Manche Siedlungsstrukturen genügen heute schon diesen klaren Linien. An manchen Stellen werden es Korridore sein, über die zu diskutieren ist. Schon viel Basisarbeit für „Coole Quartiere“ wurde mit dem Klimaanpassungsplan geleistet. Mit „Urbane Nähe“ bekennt sich die Stadt zur vernetzten Stadt, die Mobilität als Grundbedürfnis gerecht wird und Mobilitätsangebote ressourcenschonend ausbaut.

Der Verkehrsentwicklungsplan weist hier schon nach vorne, zeigt auch innovative Wege auf - Fokus Multimodalität. Aufgaben im Räumlichen Leitbild sind, Haltepunkten Mehrwert zu geben - etwa mit einem Kiosk, einem Jugendzentrum oder Nahversorger. Um auf diese Weise mit dazu beizutragen, dass schnell erreichbare, „qualifizierte Nachbarschaften“ entstehen.

Mit diesen übergeordneten Stoßrichtungen verwoben sind „Grüne Adresse“ sowie „Starke Mitte“. Zum einen möchte man die „Grüne Adresse“ Hardtwald in den nächsten fünf Jahren und den Oberwald langfristig mit der Naherholung in Einklang bringen. Zum anderen den Rheinpark weiterentwickeln und ihn über eine Hafenbrücke an die Stadt anbinden. Bei „Starke Mitte“ bereits im Visier ist das Konzept Zukunft Innenstadt, um die Kernstadt als dichtes, gemischtes und repräsentatives Zentrum weiterzudenken. Hierzu gehört als zweite Säule, das Bahnhofsumfeld als Stadteingang aufzuwerten und mit Nutzungen zu ergänzen. Ein Anliegen aus dem Ausschuss: Die Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt „intuitiver“ führen. -rie-

 
 

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