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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. August 2015

Gemeindrat: Stark angespannter Wohnungsmarkt

ENERGETISCH MODERNISIERT wurden die meisten Wohnungen im Rintheimer Feld, damit die Siedlung für die Zukunft und verschiedene gesellschaftliche Gruppen attraktiv bleibt. Foto: Volkswohnung

ENERGETISCH MODERNISIERT wurden die meisten Wohnungen im Rintheimer Feld, damit die Siedlung für die Zukunft und verschiedene gesellschaftliche Gruppen attraktiv bleibt. Foto: Volkswohnung

 

Gemeinderat debattiert Sachstandsbericht / Preisgünstige Objekte fehlen / Raumnot und Gegenmaßnahmen aufgezeigt

Die Wohnungsmarktlage bleibt angespannt, „hat sich zugespitzt“, erklärte EB Wolfram Jäger im Gemeinderat zum 8. Sachstandsbericht Wohnen und Bauen, der die Jahre 2008 bis 2014 behandelt und alarmierende Prognosen umfasst.

„Nur, um zu verhindern, dass die Wohnungsnot weiter zunimmt“, zumal das Bevölkerungswachstum wohl anhält, müsse die Stadt all ihr Potenzial aufbringen, so Jäger. Sie betreibt Förderprogramme, und rund 60 Prozent der 1.500 Wohnungen, welche die Volkswohnung bis 2020 plant, sollen Sozialwohnungen sein.

Aber weiterhin wird die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot bei Weitem übersteigen. Vor allem preisgünstige Objekte fehlen. Bis 2030 wird der Sozialwohnungsbestand um gut 40 Prozent auf etwa 2.100 mietpreisgebundene Wohnungen abnehmen. Generell  verteuerten sich Neuvertragsmieten um 20 bis 30 Prozent im Schnitt. Viele potenzielle Bürger weichen aus. „Wir dürfen aber auch die Pendlerströme nicht weiter anwachsen lassen“, sagte Jäger.

„Wir haben eine gewaltige Aufgabe vor uns“, unterstrich Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU). „Dass sich die Wohnungslosenzahl verdoppelt hat, ist ebenfalls zu bedenken.“ Zugleich müsse „Bauen erschwinglich sein“, Investitionsbereitschaft gewahrt werden. Parsa Marvi (SPD) erinnerte, dass jeder investierte Euro vom Land vervierfacht werde. Der „ideologisch bedingte Abbau des sozialen Wohnungsbaus“ trete dramatisch zu Tage. Ein fatales „Weiter so!“ machte Niko Fostiropoulos (Linke) aus. „Wir müssen jetzt handeln“, die Vorhaben reichten nicht annähernd.

OB Dr. Frank Mentrup wollte weder den Vorwurf stehen lassen, dass nichts getan werde, noch den einer Quersubventionierung, die Marc Bernhard (AfD) darin erkannt hatte, dass fast nur die Volkswohnung operiere. Private Investoren seien ebenso aufgerufen, so der OB.

„Die desaströse Lage ist offensichtlich“, so Uwe Lancier (KULT): „Im Sozialen, anders als im hochpreisigen Bereich, ist es wichtig, dass die Stadt Akzente setzt.“ Bettina Lisbach (GRÜNE) nannte den Bau neuer Wohnungen „eine der maßgebenden Arbeiten der nächsten Jahrzehnte“ und den Bebauungsplan Waldstadt ein positives Beispiel. „Auch das Räumliche Leitbild zeigt, wo Wohnungsbau möglich ist.“

Gegen die Mietpreisbremse sprach sich Karl-Heinz Jooß (FDP) aus, sie lähme den Markt. „Wir wollen Vollgas für mehr Wohnraum.“ Aber nur die Region könne die Nachfrage bedienen. „Mit dem Bestand“ gingen Karlsruhes Vermieter „sehr verantwortlich um“. -mab-

 
 

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