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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. August 2015

Geschichte: 50 Jahre Wasserwerk

Pumpentechnik. Foto: Stadtarchiv

Pumpentechnik. Foto: Stadtarchiv

 

Für die ersten Karlsruher vor 300 Jahren kam Trinkwasser nicht, wann immer benötigt, aus dem Wasserhahn. Ziehbrunnen mit sandigem Wasser, mit „Geschmäckle“ und zweifelhafter Qualität, blieben bis Anfang des 19. Jahrhunderts neben den öffentlichen Brunnen die Hauptwasserspender.

Das Wasserproblem konnte 1871 mit der Inbetriebnahme des modernen Wasserwerks im „Durlacher Wald“ (Oberwald) für die damals 36.000 Einwohner zählende Stadt zusammen mit dem Aufbau eines Rohrnetzes schließlich gelöst werden. Doch schon vor dem Zweiten Weltkrieg musste nach weiteren „Quellen“ gesucht werden. Diese wurden weit außerhalb der Stadt im Mörscher Wald gefunden.

Die starke Bevölkerungs- und Gewerbezunahme nach 1945 warf die Wasserversorgungsfrage erneut und verschärft auf. Tatsächlich erlebten die Karlsruher in den Sommern, wie Trinkwasser zur Mangelware wurde. Oberbürgermeister Günther Klotz fasste 1957 für neue Erschließungen den Hardtwald ins Auge. An verschiedenen Stellen, wie auch rund 3,5 Kilometer vom Schloss an der Grabener Allee, liefen seit 1959 Probebohrungen, die dort bis 1961 zu den ersten vier Brunnen führten.

Das Projekt war nicht einfach umzusetzen, stellte sich doch die staatliche Forstdirektion dagegen. Sie führte die Grundwasserabsenkung zum Schaden des Waldes an. Aufwändigere Alternativen, das neue Wasserwerk in Hardtwaldrandlagen oder gar in 100 Metern  Tiefe – statt in 14 bis 40 Metern – anzulegen, wurden am Ende mit Zahlungen von 2,5 Millionen Mark abgefunden. Für die Wasserbedürfnisse Karlsruhes waren bis 1970 insgesamt Investitionen von rund 30 Millionen Mark vorgesehen, davon 15 Millionen im Hardtwald. Inzwischen wuchs dort seit 1963 das Betriebsgebäude aus dem Boden.

Am 23. Juli 1965 war es soweit. Oberbürgermeister Klotz „drückte den Knopf“, damit aus 14 Tiefbrunnen bis zu 3.600 Kubikmeter Wasser reinster, wertvoller Trinkwasserqualität gefördert werden konnten. Das Wasserwerk Hardtwald als das dritte von Karlsruhe, wurde so zum  größten und modernsten der Stadt. -jsk-

 
 

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