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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. August 2015

Grötzinger Neubaugebiet: Für junge Familien zu teuer?

„Junge Hälden III“ im Fokus von Bürgern und Verwaltung

Über den Planungsstand des Bebauungsplans „Junge Hälden III“ informierten kürzlich die Ortsverwaltung Grötzingen und die Fachdienststellen die Bürger im Rathaus. Bereits seit 1970 existiert ein Bebauungsplan. Ursprünglich war dort eine Schule vorgesehen für die jedoch keine Notwendigkeit mehr gesehen wird.

Stattdessen entschied sich der Ortschaftsrat für die Schaffung von Wohnraum für junge Familien. Zuletzt hatten Ortschafts- und Gemeinderat das Verfahren 2012 öffentlich behandelt. 2009 begann das Beteiligungsverfahren, 2010 gab es eine Bürgeranhörung und 2012 einen Auslegungsbeschluss. Inzwischen gab es mehrere naturschutzfachliche Untersuchungen, Einwände von Bürgern wurden geprüft. Im Herbst soll es zu einer erneuten öffentlichen Auslegung kommen, der Satzungsbeschluss könnte 2016 erfolgen.

Ortsvorsteherin Karen Eßrich führte in die Vorgeschichte des Verfahrens ein, Petra Bickert (Stadtplanungsamt) berichtete, wie weit der Bebauungsplan gediehen ist. Mittlerweile habe es etliche Änderungen gegeben. So soll auf die Stützmauer ebenso verzichtet werden wie auf Satteldächer (stattdessen Flachdächer). Statt Reihenhäusern sollen Doppelhäuser entstehen.

Kritik gab es an der eingeschossigen Aufschüttung. Diese habe entwässerungstechnische Gründe entgegnete Bickert. Die Aufschüttung wurde von etlichen Diskutanten als massiver Eingriff in das Gelände ohne Rücksicht auf das Areal befunden. Ferner wurde das geplante Ziel, Wohnraum für junge Familien zu schaffen, wegen der hohen Anschaffungskosten in Frage gestellt. Bickert entgegnete, dass sehr viele junge Familien sich den Traum vom eigenen Heim erfüllen wollen. „Es gibt einen Riesenbedarf und viele Anfragen.“

Die Stadtplanerin führte weiterhin aus, dass das Kleinklima durch eine Bebauung des 0,71 Hektar großen Areals nicht beeinträchtigt werde, was von Bürgern angezweifelt wurde. Die Anfrage, ob einheimische Familien aus Grötzingen bei der Vergabe der Bauplätze bevorzugt werden, wurde abschlägig beantwortet. „Da spielen viele Faktoren mit, unter anderem soziale Aspekte“, so Eßrich.

Zu den Naturschutzaspekten äußerte sich Volker Hahn (Umweltamt). Thorsten Halwas (Zentraljuristischer Dienst) informierte die Bürger über rechtliche Aspekte im voll besetzten Saal des Grötzinger Rathauses. -voko-

 
 

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