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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. August 2015

Kultur: Ein lebendiges Archiv

LEBENDIGES ARCHIV: "31,2 laufende Meter" heißt die Ausstellung über die Geschichte das badischen Kunstvereins. Foto: Fränkle

LEBENDIGES ARCHIV: "31,2 laufende Meter" heißt die Ausstellung über die Geschichte das badischen Kunstvereins. Foto: Fränkle

 

Schau über Geschichte des Badischen Kunstvereins

"31,2 laufende Meter" heißt die bis Herbst 2016 laufende Ausstellung über die fast 200-jährige Geschichte des Badischen Kunstvereins. Gestaltet haben sie HfG-Studierende überwiegend nach Recherchen im Generallandesarchiv.

Dort liegt meterlang Material über die 1818 zur bürgerlichen Kunstförderung und Identitätsbildung gegründete Institution. In der als lebendiges Archiv gestalteten Schau mit über 200 Dokumenten, Fotos, Videos und Audio-Aufnahmen sucht man vergebens Originale. Das Publikum ist eingeladen,  Faksimiles und Kopien in die Hand nehmen und darin zu schmökern.

"Um des schönen Genusses willen" heißt  das erste von zehn Themen.  Ein schön gefasstes Verzeichnis der Mitglieder von 1835 weist hier auf die  Anfänge hin. Kunst sollte außer in Ausstellungen auch in bürgerlichen Wohnungen zu finden sein. Deshalb wurden angekaufte Werke zunächst unter den Mitgliedern verlost. Später erhielten dann alle Grafiken - die Jahresgabe war geboren.

Im "Kunst und Industrieverein" wurden zwischen 1821 und 1932 auch industrielle oder handwerkliche Erzeugnisse ausgestellt, wofür die Skizze eines Ofens steht. Nach 1836 ging die "Kunst auf Reisen", gab es mit anderen Vereinen unter dem Dach des bis 1888 existierenden Rheinischen Kunstvereins eine jährliche Wanderausstellung. Über 500 Werke in speziellen, nun nachgebauten Ausstellungs- wie Transportkisten machten zeitgenössische Kunst populär.

"Vereinigung im Großformat" zielt auf das deutschlandweite Ansinnen der Vereine, den zuvor bevorzugten kleinen Genrebildern auch großformatige Historiengemälde entgegen zu setzen. Nach 1860 experimentierte man mit Dauerausstellungen.

In der Abteilung "Für die Ewigkeit ausgestellt" sticht Hans Thomas "Sommermorgen"  hervor. Den Bau des Gebäudes in der Waldstraße 3 im Jahre 1900 dokumentiert eine Architektenzeichnung Friedrich Ratzels. "Offen für alle Kunstrichtungen" war danach im Konflikt zwischen Spätromantik und Vorimpressionismus die Frage (Gründungsurkunde der Neuen Künstlervereinigung 1909). Wie trickreich mit den "Erfordernissen der neuen Zeit" umgegangen wurde, zeigt ein Protokoll von 1935.

Vom "Profil Im Wandel" zeugen  Kataloge von Grieshaber bis Gerz und der  "Antifaschistische Widerstand und die RAF" lebt im Künstlerbuch Hans-Peter Feldmanns "Die Toten" wieder auf. -cal-

 
 

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