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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. August 2015

Wirtschaft: Ausbildungsfähige für die Zukunftsfähigkeit

Bürgermeisterin Luczak-Schwarz legt im Wirtschaftsgespräch auf Nachwuchsgewinnung und Berufsvielfalt Fokus

„Wir brauchen das Handwerk für eine lebendige Stadt, und wir brauchen Ihre Expertise“, unterstrich Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz in der Karlsburg Durlach bei ihrem ersten Wirtschaftsgespräch mit dem Handwerk als Dezernentin.

Direkter Dialog und stetige Reflexion seien ihr sehr wichtig. Die Deckung des Bedarfs an ausbildungsreifem Nachwuchs sei das entscheidende Thema.

Kreishandwerksmeister Frank Zöller warb für ein Aktionsprogramm Handwerk, das konkrete Maßnahmen für die nächsten zwei, drei Jahre vereinbaren soll: Bürokratische Hürden seien abzubauen und Ortsansässige bei der Vergabe real und rentabel zu bedenken. Auch auf Online-Marketing komme es an.

Stephan Sperling von der Karlsruher Firma netzstrategen vermittelte drei Tipps: Alle für den Kunden relevanten Informationen sollten auf den ersten Blick auf der Website zu finden sein, die zweitens unbedingt auch mobil passend zu gestalten sei. Sonst minimiere Google die Chancen, gefunden zu werden. Drittens sei dessen kostenloses Angebot „my business“ hilfreich. Die meisten Betriebe seien dort ohnehin automatisch vermerkt. Umso mehr gelte es, die Angaben korrekt zu halten. Der mit dem Internet einher gehenden Bequemlichkeit müsse Rechnung getragen werden, um den Anschluss nicht zu verlieren. Auch gegenüber potenziellen Nachwuchskräften, die sich fast ausschließlich online informierten.

Der Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, Joachim Wohlfeil, erklärte, seine Kollegen seien bereits sehr aktiv, wenn es darum gehe, junge Leute nicht etwa zu überreden, sondern für das Handwerk, seine Chancen und Vorzüge, zu gewinnen. Wie wichtig und prägend das Handwerk für Karlsruhe nach wie vor ist, zeige sich zum einen an den Baustellen, zum anderen durch die noch vorhandene und notwendige Vielfalt.

Auch im Interesse der Bürgerschaft seien all die Berufe samt wichtiger Funktionen zu erhalten, so Luczak-Schwarz. Die Vergabe der Gewerke an örtliche Firmen habe hohe Priorität. Bei Rahmenbedingungen, Ausschreibungen oder Berufsschulangeboten, entschieden Land und Bund, müssten Handwerker Anliegen über Verbände selbstbewusst vorbringen.

Zur TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) und zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit referierte Geschäftsführer Jochen Ehlgötz. Das TRK-Willkommensportal spreche keineswegs nur Akademiker, sondern auch Pflege- und Handwerkerbereich an, hob Ehlgötz explizit hervor. An einem der durch ein EU-Programm als förderfähig ausgezeichneten TRK-Projekte, RegioMove, zeigte er auf, dass sich das Handwerk auch hierbei einbringen könne.

Kreishandwerksmeister Zöller beklagte, wie der akademische Abschluss zum Nonplusultra deklariert werde, wodurch das Handwerk austrockne. Einige plädierten dafür, das Potenzial Asylsuchender schnellstmöglich zu nutzen. -mab-

 
 

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