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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. August 2015

Stimmen aus dem Gemeinderat: Linke: Lügenfritzstraße

LINKE-Stadträtin Sabine Zürn

LINKE-Stadträtin Sabine Zürn

 

Unter dem Straßenschild „Lüderitzstraße“ in Daxlanden steht: „Er gelangte durch Täuschung der Einheimischen an ein großes Landgebiet in Afrika.“ Adolf Lüderitz erschwindelte 1883 im heutigen Namibia eine ganze Bucht. Nach Abschluss eines Vertrages setzte er durch, dass die gekauften 20 Meilen in preußischen Meilen (7,5 km) statt in den üblichen englischen Landmeilen (1,8 km) gerechnet wurden. Er brachte so das Volk der Nama um sein gesamtes Stammesgebiet.

Weiter steht auf dem Daxlander Straßenschild: „Sein Handeln wird aus heutiger Sicht abgelehnt“. Nur aus heutiger Sicht? Schon zu Lebzeiten bekam Lüderitz den Beinamen „Lügenfritz“. Nicht nur die betrogenen Afrikaner lehnten sein Geschäftsgebaren ab.

Dem Volk aufs Maul geschaut, könnten Lüderitzstraßen doch in ehrliche „Lügenfritzstraßen“ umgetauft werden. In Namibia heißt die Stadt Lüderitz jetzt „Naminus“, was „Umarmung" bedeutet und der ursprüngliche Name der Bucht war. Auch eine „Usambarastraße“ - nach einem afrikanischen Gebirgszug – wie in Köln ist eine Alternative. Auch Karlsruhe sollte sein koloniales Erbes jetzt kreativ aufarbeiten.

Sabine Zürn

Stadträtin "Die Linke"

 
 

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