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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. August 2015

Stadtgrün: Klimawandel stresst Bäume

BAUMEXPERTEN: Andreas Ehmer, Katja Utech, Gartenbauamtsleiter Kern und Jürgen Unger (v.l.). Foto: Fränkle

BAUMEXPERTEN: Andreas Ehmer, Katja Utech, Gartenbauamtsleiter Kern und Jürgen Unger (v.l.). Foto: Fränkle

 

Stadtgärtnerei setzt auf Baumarten, die veränderten Bedingungen standhalten

Heißere Sommer, kräftigere Stürme, Starkregen und lange Trockenphasen - der Klimawandel macht den Stadtbäumen zu schaffen und einige der herkömmlichen Baumarten sind den zunehmenden Anforderungen nicht mehr gewachsen.

Derzeit werden in der Stadtgärtnerei in der Gebrüder-Grimm-Straße 2.900 Bäume verschiedener Gattungen und Arten auf ihren "Einsatz" in der Stadt vorbereitet, darunter 520 besonders klimafeste "Zukunftsbäume", darunter der Zürgelbaum oder die Gleditschie, die vom Gartenbauamt für die künftige Baumallee in der Kaiserstraße empfohlen werden.

Die meisten Jungbäume stammen aus norddeutschen Baumschulen und werden vier bis sechs Jahre weiterkultiviert. "Das Karlsruher Klima erfordert eine sehr bewusste Auswahl, um auch langfristig einen gesunden und leistungsfähigen Baumbestand in der Stadt zu halten", ist für Gartenbauamtsleiter Helmut Kern die ständige Beobachtung der Entwicklung der Jungbäume von großer Bedeutung.

Ebenso hilfreich sei der Erfahrungsaustausch der Kommunen über die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK), die zudem eine Straßenbaumliste mit Daten zu Bäumen und ihren geeigneten Standorten laufend aktualisiert.

Zwar werde es einige Veränderungen im Baumbestand in der Stadt geben, "ein Mix ist dennoch notwendig, zumal jederzeit neue Schädlinge auftreten können", sieht Kern auch künftig für Eiche, Buche oder Winterlinde eine Zukunft. Nicht zuletzt das Projekt "Junge Riesen", bei dem Sämlinge von großen, alten Karlsruher Bäumen aufgezogen wurden, habe gezeigt, dass sich das Erbgut besonders gut mit den hiesigen Lebensbedingungen arrangieren könne. Wenn dann noch eine möglichst 1,5 Meter tiefe Pflanzgrube mit einem Volumen von 12 Kubikmeter und ein auf den Standort sorgsam abgestimmtes Baumsubstrat hinzukomme, zählen die Klassiker auch weiter zu den Zukunftsbäumen. -fis-

 
 

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