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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Oktober 2015

Städtepartnerschaft: Runder Tisch Krasnodar-Karlsruhe im Visier

LIEBE ZUR STADT und zueinander: OB Vladimir Evlanov und EB Wolfram Jäger gratulierten beim Rundgang über das Festgelände auf einer Fußgängerbrücke zwei Frischvermählten. Foto: Blume

LIEBE ZUR STADT und zueinander: OB Vladimir Evlanov und EB Wolfram Jäger gratulierten beim Rundgang über das Festgelände auf einer Fußgängerbrücke zwei Frischvermählten. Foto: Blume

KARLSRUHES DELEGATION erfuhr bei der Staatlichen Technologischen Kuban-Universität viel über den Bildungsstandort Krasnodar. Foto: Blume

KARLSRUHES DELEGATION erfuhr bei der Staatlichen Technologischen Kuban-Universität viel über den Bildungsstandort Krasnodar. Foto: Blume

Grazile kleine Ballett-Tänzerinnen mit Perfektion und Freude sowie kraftvolle Chöre waren Teil der spektakulären Eröffnungsshow. Foto: Blume

Grazile kleine Ballett-Tänzerinnen mit Perfektion und Freude sowie kraftvolle Chöre waren Teil der spektakulären Eröffnungsshow. Foto: Blume

Mit einer feierlichen Fahnenhissung begannen die offiziellen Feierlichkeiten. Foto: Blume

Mit einer feierlichen Fahnenhissung begannen die offiziellen Feierlichkeiten. Foto: Blume

Am Stand von Stadtrat und Innungs-Obermeister Karl-Heinz Jooß erwies sich die Vorsitzende der städtischen Duma, Vera Galuschko, als Naturtalent. Die Karlsruher Brezeln ergänzten ein weites Angebot traditioneller Waren der Region Krasnodar. Foto: Blume

Am Stand von Stadtrat und Innungs-Obermeister Karl-Heinz Jooß erwies sich die Vorsitzende der städtischen Duma, Vera Galuschko, als Naturtalent. Die Karlsruher Brezeln ergänzten ein weites Angebot traditioneller Waren der Region Krasnodar. Foto: Blume

Von den Gardisten bis zum Schülerchor, vom Kosaken zum modernen Tänzer - eine aufwendige Choreografie bestimmte die dennoch lebendige Stadtgeburtstagsfeier. Foto: Blume

Von den Gardisten bis zum Schülerchor, vom Kosaken zum modernen Tänzer - eine aufwendige Choreografie bestimmte die dennoch lebendige Stadtgeburtstagsfeier. Foto: Blume

 

Delegation besuchte Südrussland / Partnerstadt zelebrierte 222. beeindruckend

Krasnodar bot zum 222. Stadtgeburtstag unzählige Impressionen - ein kleines Mädchen mit fester Stimme, das dem Stadtoberhaupt als Zarin symbolisch das Land schenkt, auf dem das heutige Krasnodar entstand, kraftvoller Gesang, Säbel schwingende, springende Kosaken, ebenso berechtigt stolze Ballett-Tänzerinnen, prächtige Paraden, gigantische Feuerwerke, Köstlichkeiten der saat-, traditions- und kulturreichen Region Kuban und Karlsruher Brezeln. Aber Karlsruhes Delegation nahm noch mehr mit.

Neben imposanten Szenerien, herzlichstem Willkommen und der Eröffnung einer Partnerschafts-Ausstellung bleiben den Besuchern aus der Fächerstadt um Ersten Bürgermeister Wolfram Jäger Zuversicht spendende Vereinbarungen als Gewinn aus der Reise in die südrussischen Metropole. Als Garant für Kontinuität gewertet wurde der just zur Ankunft der Karlsruher Repräsentanten von Gemeinderat und Verwaltung sowie Industrie- und Handelskammer (IHK) wiedergewählte Oberbürgermeister Vladimir Evlanov. „Wir hoffen, dass unsere Beziehungen immer fester werden“ und „alle schwierigen Situationen auf der Welt“ im Sinne eines weiteren Ausbaus und Austauschs enden, konstatierte er. „Als Deutsche und Franzosen zusammenfanden, war das Klima zwischen ihnen zuvor noch weit eisiger gewesen als zurzeit leider zwischen Deutschland und Russland der Fall“, bemerkte Jäger und unterstrich die Bedeutung des interkommunalen Strebens nach konstruktiver Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft. Seine Losung bewahrheitete sich, denn „unabhängig von der politischen Situation“ wurde „unser Verhältnis bestätigt, aber auch bestärkt“.

Noch vor dem zeremoniellen Fahnenhissen als morgendlichem Auftakt der Feierlichkeiten – allein die große Eröffnungsshow und das Jugendfest lockten je knapp 80.000 Zuschauer an – kam ein neuer Pakt der Jugendorganisationen zustande. Außerdem zeichnete sich im Anschluss an eine internationale Wirtschaftskonferenz wie seit Jahren erhofft, von Freundschaftsgesellschaft und IHK vorangetrieben, nun bilateral am Oval besprochen, ein Runder Tisch für Geschäftsbeziehungen von Unternehmen aus Karlsruhe und Krasnodar ab. Beide Seiten wollen sich zeitnah über die Teilnehmerschaft, das Format und die Zielsetzungen eines solchen Gremiums austauschen, um den Runden Tisch bei einem eigens dazu für Anfang 2016 angedachten Besuch entsprechender Gäste aus Krasnodar in Karlsruhe zu starten.

Wirtschaftsförderer Michael Kaiser hob hervor, es sei auszuloten: „Welche Marktchancen und Branchenkompetenzen bietet die Region Krasnodar, und welche Investitionsvorteile hat sie im Gegensatz zu anderen Regionen Russlands?“ Voraussetzung: unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen. Es sollten branchenfokussiert Wirtschaftsvertreter zusammenfinden, die definierte Stärken beider Städte verkörpern und potenzieren. Eine Zielsetzung, die sich mit den Positionen von Vertretungen in der Region Kuban tätiger Unternehmen, der EU, der Deutschen Botschaft sowie der IHK deckt. Deren Außenwirtschaftsausschuss-Vorsitzender Robert Huber betonte: „Deutschland verdient jeden zweiten Euro im Ausland.“ Der russische Markt sei auch perspektivisch von herausragender Bedeutung - „für die deutsche Wirtschaft und besonders die IHK Karlsruhe“.

Von der agrarischen Vielfalt vermittelten die Kubaner Messe und allerlei Stände in der Stadt, an denen traditionell gewandete Vertreter der zahlreichen verwurzelten Kulturen Köstlichkeiten kostenlos feilboten, einen Eindruck. Krasnodar ist auch ein bedeutender Bildungsstandort, die besuchte Staatliche Technologische Kuban-Universität eine von vielen Hochschulen, und sie verbindet Geschichtsbewusstsein mit Innovationsgeist. Entsprechend des landwirtschaftlichen Potenzials spielen beispielsweise Lebensmitteltechnologie und Weine neben verschiedenen Ingenieurssparten eine gewichtige Rolle. Auch internationales Netzwerken, wozu inzwischen der Austausch mit Studenten der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft zählt, hat Priorität.

Identitätsstiftend im Kulturmix sind die Kosaken, denen Katharina die Große einst das Land vermachte, auf dem die ursprüngliche Festungsstadt zunächst als Jekaterinodar (Geschenk von Katharina) errichtet wurde. Männer, Frauen und Kinder in den klassischen Kostümen strahlten bei vielerlei Aufführungen, in Tanz, Marsch und Gesang, noch immer den großen Stolz dieser besonderen Gemeinschaft aus. Ihre faszinierende und stattliche Darbietung knüpfte an jene der Eröffnungsshow an, die außerdem eine Choreografie hunderter Schülerinnen und Schüler sowie ein umjubeltes Konzert einer Moskauer Pop-Sängerin umfasste. Krasnodar feierte sich selbst, seine Bürger, seine Traditionen und Talente, immer auch die Partner, zuvorderst Karlsruhe, und beschwor ein ums andere Mal den festen Plan, weiter voran- und aufeinander zu kommen zu wollen. -mab-

 
 

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