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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Oktober 2015

Stadtgeburtstag: Ort des Friedens und der Begegnung

VON KREIS ZU KREIS: Der Garten der Religionen ist eine runde Sache. Ein Ort der Besinnung und ein Ort des Gesprächs. Foto: Fränkle

VON KREIS ZU KREIS: Der Garten der Religionen ist eine runde Sache. Ein Ort der Besinnung und ein Ort des Gesprächs. Foto: Fränkle

FÜR MEHR MITEINANDER: Oberbürgermeister Mentrup (2.v.l.) und Vertreter der Glaubensgemeinschaften gossen das zarte Pflänzchen Toleranz. Auf dass es weiterwachse und stark werde. Foto: Fränkle

FÜR MEHR MITEINANDER: Oberbürgermeister Mentrup (2.v.l.) und Vertreter der Glaubensgemeinschaften gossen das zarte Pflänzchen Toleranz. Auf dass es weiterwachse und stark werde. Foto: Fränkle

 

Garten der Religionen in Südstadt-Ost eröffnet / Ins Gespräch kommen / Niemanden ausschließen

Die Vielfalt der Religionen in Karlsruhe sichtbar machen sowie die Kommunikation unter den Glaubensgemeinschaften und auch mit nichtreligiösen Menschen fördern, das ist Ziel des Gartens der Religionen. Eingeweiht wurde er am Donnerstag vergangener Woche im Citypark der Südstadt-Ost. Auf den Tag genau 300 Jahre nachdem Markgraf Karl Wilhelm den Privilegienbrief erlassen hat, der seinen Bürgern unter anderem Religionsfreiheit zusicherte.

Fünf untereinander durch Wege verbundene Bereiche laden dazu ein die Weltreligionen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum kennenzulernen. Die Bahá’í -Religion und die Freireligiöse Gemeinde haben als weitere Glaubensgemeinschaften Stelen entlang des Außenkreises. Und an der äußeren Mauer sind Denksprüche von Philosophen und großen Denkern sowie Auszüge aus grundlegenden Dokumenten zu lesen, die alle Menschen einschließen: zum Beispiel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, aus dem Grundgesetz oder auch aus dem Karlsruher Privilegienbrief.

„Hier sind alle Religionen gleichberechtigt, hier wird niemand ausgeschlossen, denn es geht um existenzielle Fragen der Menschheit“, unterstrich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei der Eröffnung, dass Karlsruhe für ein friedliches Miteinander stehe und die Stadt den religiösen Dialog fördere. Sie ist Bauherr des Gartens und hat mit der Vereins-AG Garten der Religionen für Karlsruhe, die mit diesem Projekt erfolgreich bei dem zum 300. Stadtgeburtstag ausgeschriebenen Ideenwettbewerb war, zunächst einen Fünf-Jahres-Ver­trag geschlossen. Das Gartenbauamt, das den wesentlichen Teil der Pflanzleistungen erbracht hat, kümmert sich um die Pflege, und die AG füllt den Garten spirituell mit Leben. Das räumliche Konzept hat die AG zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Stefan Helleckes erarbeitet.

Schon die Eröffnung zeigte eindrucksvoll, dass der Garten ein Ort des Friedens und der Begegnung ist. Vertreter aller hier präsenten Glaubensrichtungen gaben dem Ort ihren Segen. Da standen Imame neben Pfarrern, Rabbiner neben Buddhisten und setzen ein Zeichen für Toleranz und Dialog. Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Religionen des Lessing-Gymna­siums hatten zuvor ein selbst erarbeitetes Stück zu Lessings Ringparabel aufgeführt, deren großes Thema Religion und Toleranz sind.

Für Rüstü Aslandur, den Vorsitzenden der AG, war der Eröffnungstag „ein Tag der Zufriedenheit und der Zuversicht“. Geboren worden sei die Idee 2010 in einer Karlsruher Islamgruppe. In den vergangenen Jahren „haben wir gute Freundschaften aufgebaut und viel voneinander gelernt“, lobte Aslandur den Garten als „nachhaltiges Projekt, das die Menschen zusammenbringt.“ Weitere Infos zum Garten, zum Verein und zu Veranstaltungen unter www.gartenderreligionen-karlsruhe.de. -res-

 
 

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