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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Oktober 2015

Gegen Rassismus: Das Herz öffnen für die Welt

Für Willkommenskultur in den Städten / Keine Ghettos / Deklaration verabschiedet / Generalkonferenz der Europäischen Städtekoalition

Ein deutliches Zeichen für Solidarität mit Flüchtlingen hat die 7. Generalkonferenz der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus gesetzt. Rund 250 Vertreter aus 52 Kommunen und 9 Ländern kamen in Karlsruhe zusammen und sprachen sich gegen Fremdenfeindlichkeit aus.

Karlsruhe war vergangene Woche Gastgeber der 7. Generalkonferenz der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR). Thema war die Flüchtlingspolitik und die Situation der Flüchtlinge in Europa, „Welcomimg Cities – Keys for an anti-racist culture“ der Titel der Veranstaltung. „Eine wichtige Konferenz zu einem wichtigen Zeitpunkt“, unterstrich OB Dr. Frank Mentrup, dass die Thematik zurzeit alle Kommunen beschäftige.

Ohne Ausnahmen Menschenrechtskonventionen beachten

Die Koalition, der 126 Städte in ganz Europa angehören, verabschiedete vergangenen Freitag eine Deklaration, die von den Akteuren aller Ebenen – also von Städten, Ländern und EU – die Beachtung der Menschenrechtskonventionen ohne Ausnahme, Solidarität mit Flüchtlingen sowie Zusammenarbeit von relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure und Politik fordert. Außerdem vereinbarten die Lateinamerikanische und die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus im Rahmen der Karlsruher Konferenz künftig zusammenzuarbeiten.

Die Stadt Karlsruhe ist seit 2007 aktives Mitglied der ECCAR und arbeitet im Lenkungsausschuss mit. Sie hat auch das Thema der diesjährigen Konferenz vorgeschlagen. Karl Kopp von Pro Asyl machte deutlich, dass beim Thema Flüchtlinge „die Städte der Integrationsmotor sind“, während „die Staaten sich streiten und versagen.“ ECCAR-Präsident Benedetto Zacchiroli aus Bologna betonte: „Wir wollen daran erinnern, was die eigentliche Seele Europas ist. Mit ECCAR öffnen wir unser Herz für die Welt.“ Es sei wichtig, in den Schulen anzusetzen und keine Ghet­tos entstehen zu lassen.

Nach Zweitem Weltkrieg jeder vierte Karlsruher Flüchtling

Dr. Mentrup erinnerte daran, dass Karlsruhe nach dem Krieg 60.000 Vertriebenen eine neue Heimat gegeben habe. Damals sei jeder vierte Einwohner ein Flüchtling gewesen. Und Dr. Su­sanne Asche, Leiterin des Kulturamts, lenkte den Blick auf die vielen Initiativen in Karlsruhe, die sich für ein Miteinander stark machen: Runder Tisch gegen Rechts, Wochen gegen Rassismus, Karlsruhe zeigt Flagge oder Schule ohne Rassismus. -res-

 
 

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