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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Oktober 2015

Bildung: Karlsruhes Lernfabrik 4.0

INDUSTRIE 4.0 soll nicht den göttlichen Funken entfachen, aber künstliche Intelligenz durch menschliches Know-how für moderne Produktion voranbringen. Dafür warb OB Mentrup bei einer Info-Veranstaltung zum Karlsruher Lernfabrik-Konzept. Foto: HHS

INDUSTRIE 4.0 soll nicht den göttlichen Funken entfachen, aber künstliche Intelligenz durch menschliches Know-how für moderne Produktion voranbringen. Dafür warb OB Mentrup bei einer Info-Veranstaltung zum Karlsruher Lernfabrik-Konzept. Foto: HHS

 

Berufsschulen präsentierten Konzept für Landesprogramm

Eine Fertigungsanlage in der Carl-Benz- und eine zur Montage in der Heinrich-Hertz-Schule, ein Produktionsleitsystem als Koordinations- und Schnittstelle, automatisierte, aber intelligente Steuerungen: Kernelemente einer Lernfabrik 4.0, die kraft enormer Anstrengungen zum Schuljahr 2016/17 in Karlsruhe Realität werden soll.

Um in gebotener Eile akribisch umzusetzen, was das Landeswirtschaftsministerium fordert und fördert. Der Antrag ging fristgerecht in Stuttgart ein. Auch wenn die Finanzierung noch nicht voll gesichert wäre. Das Land wählt aus den Bewerbern die beruflichen Schulen oder Kooperationen aus, die Zuschüsse erhalten. Josef Nißl, Leiter der Carl-Benz-Schule (CBS): „Wir müssen die Fachkräfte liefern, für die Industrie 4.0 keine Fragezeichen aufwirft, sondern Chance ist.“

Klarer Konsens: Der Technologiestandort Karlsruhe darf bei diesem wegweisenden Projekt nicht fehlen. „Das wäre ein Armutszeugnis“, unterstrich OB Dr. Frank Mentrup die Woche bei einer Info-Veranstaltung in der CBS. Elektrotechnik, Maschinenbau, IT seien ja stark besetzte Felder. Das Konzept der kooperierenden Schulen fördere unterstützenswert die Zukunftsfähigkeit. Diese Perspektive betonte auch der stellvertretende Leiter der Heinrich-Hertz-Schule (HHS), Andreas Hörner.

Der Schlüssel sei, dass Schüler so nah wie möglich an aktuellen Produktionsbedingungen lernen. Seit Jahrzehnten werde eine Steuerung vermittelt, die Gegenstände stupide von A nach B verschiebt. Im Sinne der Individualisierung gehe es nun etwa um ein lernfähiges, flexibles Steuer- und Verteilsystem. Die Pädagogik umfasst stufenweise Theorie, Simulation, Lernfabrik. Und: „Der gesamte betriebliche Prozess steht im Mittelpunkt“, so Dr. Birgitta Nick (CBS-Lehrkraft) bei der Erläuterung des Konzepts mit Kollege Timm Schunck vom HHS. Dort geplant: ein Demonstrationszentrum. Wie Verwaltung ist Öffentlichkeitsarbeit Teil der Lernfabrik. Sie soll kleinen und mittleren Unternehmen Industrie 4.0 veranschaulichen.

Für Win-Win-Fabrik Sponsoren gesucht

Um den Bildungsstandort über die Lernfabrik bereit für Industrie 4.0 zu machen, brauchen Carl-Benz- und Heinrich-Hertz-Schule als Kooperation knapp eine Million Euro. Etwa die Hälfte, für den Schulträger vorgesehen, hat die Stadt bereits zugesagt, knapp 400.000 kommen bei Auswahl vom Land, das Übrige soll die Wirtschaft beisteuern. -mab-

 
 

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