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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Oktober 2015

Gemeinderat: Golfplatz nimmt die letzte Stufe

DER WEG IST JETZT KLAR: Auf der 127 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche um den Batzenhof entsteht nach dem Satzungsbeschluss des Gemeinderats eine große Golfanlage. Foto: Fränkle

DER WEG IST JETZT KLAR: Auf der 127 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche um den Batzenhof entsteht nach dem Satzungsbeschluss des Gemeinderats eine große Golfanlage. Foto: Fränkle

 

Plenum fasst Satzungsbeschluss zu Vorhaben bezogenem Bebauungsplan / Mehrheit für Anlage am Batzenhof / Zufahrtssystem / Gegner wollen Ackerbau erhalten

Seit dem Jahr 2008 plant ein Vorhabenträger, rund um den Batzenhof eine 127 Hektar große Golfanlage zu errichten. Mit dem Satzungsbeschluss zum Vorhaben bezogenen Bebauungsplan, den der Gemeinderat am Dienstag fällte, nahm das Projekt jetzt die letzte Stufe auf der Leiter zur Baureife.

Nach einstündiger Debatte votierte das Plenum mit breiter Mehrheit gegen 17 Stimmen von Grünen, KULT, der Linken, GfK und Freien Wählern und einer Enthaltung von SPD-Stadtrat Hans Pfalzgraf für den Satzungsbeschluss für das Projekt, das die landwirtschaftlich genutzte Fläche auf der Bergkuppe zwischen Durlach, Hohenwettersbach und Stupferich zur Oase für Golfer machen will.

Und zum „Vorgarten der Stadt“, betonte Tilman Pfannkuch vor dem Plenum. Der CDU-Fraktionschef erwartet von der Anlage „eine positive Entwicklung der monokulturell zum Maisanbau genutzten Fläche“ in Sachen Erholungswert, Freizeitgestaltung und Naturerlebnis für die Bevölkerung. Und in der Frage der Zufahrten sei mit dem dreistrahligen Wegesystem, bei dem die Stadt gegebenenfalls nachsteuern könne, „ein guter Kompromiss gefunden“, signalisierte Pfannkuch die Zustimmung seiner Fraktion zum Projekt.

Die der SPD-Fraktion übernahm Elke Ernemann. Die Anlage bringe eine „Aufwertung für alle Bergdörfer“ hob auch die Stadträtin und Ortsvorsteherin von Hohenwettersbach deren Charakter als „Landschaftsgolfplatz“ hervor. Sämtliche Wege für Fußgänger und Radler blieben erhalten, darüber hinaus würden insgesamt 50.000 Sträucher und Bäume gepflanzt. Positiv sei auch, dass sich der Verkehr auf drei Zufahrtswege von Palmbach aus, über Hohenwettersbach und über den Thomashof verteile. Sollte sich einer davon als „Schleichweg“ erweisen, könne die Stadt darauf ganz einfach „mit einer Schranke“ reagieren, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Ende der Diskussion.

Gelände lieber für Bio-Landwirtschaft nutzen

Zuvor begründeten die Gegner des Projekts ihre Ablehnung. Einen Golfplatz brauche es nicht, sprach sich Johannes Honné (GRÜNE) dafür aus, das „wertvolle Ackerland“ zu erhalten und zum vielfältigen Bio-Anbau zu nutzen. „Wir haben wohl noch nicht verstanden, dass wir in Deutschland landwirtschaftliche Böden brauchen“, schloss sich dem Dr. Eberhard Fischer für die KULT-Fraktion an und wies auch auf den „extremen Wasserbedarf“ hin, den die Pflege des Grüns der Anlage mit sich bringe. Jürgen Wenzel (Freie Wähler) fand es ebenfalls „unverantwortlich, landwirtschaftliche Flächen aufzugeben“. Und für Friedemann Kalmbach (GfK) war das Projekt „einfach eine elitäre Geschichte“. -trö-

 
 

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