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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Oktober 2015

Knielinger See: Druck auf Buzzer öffnete Schieber

„DURCH DIESES BAUWERK STRÖMT RHEINWASSER IN DEN KNIELINGER SEE“ erläutert Tiefbauamtsleiter Gerhard Schönbeck (3. v. links) Regierungspräsidentin Kressl und OB Dr. Mentrup (v.l.). Foto: Fränkle

„DURCH DIESES BAUWERK STRÖMT RHEINWASSER IN DEN KNIELINGER SEE“ erläutert Tiefbauamtsleiter Gerhard Schönbeck (3. v. links) Regierungspräsidentin Kressl und OB Dr. Mentrup (v.l.). Foto: Fränkle

 

OB Dr. Mentrup und Regierungspräsidenten Kressl starteten Sanierung

Mit einem Druck auf den Buzzer öffneten Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Regierungspräsidentin Nicolette Kressl den Schieber am Verbindungsbecken des Rheinhafens mit dem Rhein. Flusswasser strömte durch einen neu gebauten, naturnah gestalteten Kanal in den Knielinger See, der so mit sauerstoffreichem und nährstoffarmem Wasser versorgt wird.

Nachdem der Probebetrieb über Wochen zufriedenstellend verlaufen war, konnte damit der Regelbetrieb zur Sanierung des Sees beginnen. Bisher wurde die 820.000 Quadratmeter große ehemalige Kiesgrube aus dem Federbach und durch das Grundwasser nährstoffreich und sauerstoffarm gespeist. Dies hatte, vor allem im Sommer, zur Folge, dass bis in eine relativ geringe Tiefe von nur etwa drei Metern ausreichend Sauerstoff vorhanden war. Für Fische und viele Wasserorganismen war daher der Lebensraum sehr eingeschränkt.

Der Federbach ist jetzt mit einem Bypass um den Knielinger See herum geleitet und mündet in den Willichgraben und damit letztlich in die Alb. Auch der Knielinger See entwässert in den Willichgraben, aber durch ein Bauwerk derart, dass der Wasserspiegel des Sees angehoben wurde. Auch dies dient zur Sauerstoffanreicherung.

Der Knielinger See war einstmals eine Altrheinschlinge, aber vom Fluss abgehängt. Die Verwaltung des Markgrafen von Baden erhielt 1957 die wasserrechtliche Genehmigung zum Kiesabbau. Der erste Antrag des damaligen Naturschutzbeauftragten, Teile des Sees unter Naturschutz zu stellen, erfolgte 1964. Allerdings war dies zusammen mit der benachbarten Burgau erst nach langwierigen Verhandlungen mit der markgräflichen Verwaltung und der Firma „Kieswerk Maxau“ 1980 möglich. 2005 kaufte die Stadt Karlsruhe den See und konnte die Sanierung an dem am Oberrhein nach Europarecht einzigen als sanierungsbedürftiges Gewässer eingestuften See angehen.

Die Baukosten betrugen 4,6 Millionen Euro, zur Hälfte vom Land Baden-Württemberg finanziert. -erg-

 
 

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