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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. November 2015

Flüchtlinge: Glücksgriff in Durlach

RUNDGANG im Durlacher Anna-Leimbach-Haus: Nicolette Kressl (Mitte), Hans-Gerd Köhler (links) und Kurt Bickel. Foto: Fränkle

RUNDGANG im Durlacher Anna-Leimbach-Haus: Nicolette Kressl (Mitte), Hans-Gerd Köhler (links) und Kurt Bickel. Foto: Fränkle

 

Anna-Leimbach-Haus ist Schutzraum

Für kranke oder behinderte Flüchtlinge, hochschwangere Frauen oder Wöchnerinnen sind Massenunterkünfte untauglich. Sie brauchen einen Schutzraum, bedürfen besonderer Betreuung. Das Durlacher Anna-Leimbach-Haus ist nun ein solcher Ort. Das frühere Pflegeheim der Caritas mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Träger bietet übergangsweise für ein Jahr maßgeschneiderte Lösungen für Asylsuchende in Extremlagen.

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl, die sich gemeinsam mit DRK-Kreisvorsitzendem Kurt Bickel und Caritas-Vorstand Hans-Gerd Köhler bei einem Vor-Ort-Termin am Dienstag umsah, ist stolz auf das von der Caritas angeregte Modellprojekt. Allerdings habe man in diesem Bereich keine Erfahrungen, „wir befinden uns noch in einer Phase des Lernens“, so Kressl.

Die Voraussetzungen könnten besser nicht sein. Die nötige Infrastruktur ist durch die frühere Nutzung bereits vorhanden, und die Anlage der Gebäude erlaubt es, zwei völlig voneinander getrennte Bereiche für unterschiedliche Bedürfnisse einzurichten. Derzeit sind 20 Flüchtlinge mit 28 Begleitpersonen untergebracht. Im Ganzen bietet das Haus 100 Zimmer mit bis zu 300 Plätzen, verfügt über zwei Speisesäle, Krankenstation, Kleiderkammer und eine entweihte Kapelle, die als Ort der Stille dienen soll.

Und es gibt täglich medizinische Betreuung. 24 DRK-Mitarbeiter kümmern sich um die Neuankömmlinge, die Caritas hat vier Fachleute vor Ort, die zu Sozial- und Verfahrensfragen Auskunft geben. Das Manko dabei: Der Glücksgriff hat ein Verfallsdatum. In einem Jahr ist definitiv Schluss, denn die AWO baut an gleicher Stelle ein neues Pflegeheim. Regierungspräsidentin Nicolette Kressl will das Angebot jedoch dauerhaft etablieren und wird jetzt schon aktiv. Ihre Behörde halte nach geeigneten Räumen Ausschau, „ich möchte das auf keinen Fall ins Leere laufen lassen“. -maf-

 
 

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