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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. November 2015

Kultur: Achtzehn unter einem Dach

ROTES ZIMMER: Auch Werke von Silvia Bächli sind in der Galerie-Ausstellung „Kunstakademie Karlsruhe“ zu sehen. Foto: ONUK

ROTES ZIMMER: Auch Werke von Silvia Bächli sind in der Galerie-Ausstellung „Kunstakademie Karlsruhe“ zu sehen. Foto: ONUK

ARBEITEN MIT FEDERN zeigt Daniel Roth in der Ausstellung „Kunstakademie Karlsruhe“. Zu sehen in der Städtischen Galerie. Foto: ONUK

ARBEITEN MIT FEDERN zeigt Daniel Roth in der Ausstellung „Kunstakademie Karlsruhe“. Zu sehen in der Städtischen Galerie. Foto: ONUK

 

Ausstellung mit Arbeiten aller aktuellen Akademielehrer

Welch eine Freude das Sehen sein kann. Nicht der Blick, der schnell abhakt, sondern der, der sich Zeit lässt. Der entdeckt. Marijke van Warmerdam lehrt diesen Blick. Mit langsamen Filmaufnahmen alltäglicher Situationen und Dinge.

Sie zeigt zum Beispiel Kirschen auf dem Weg zum Mund: Die Umgebung spiegelt sich in der glatten Oberfläche, ganz genau schaut sie hin. Dabei werden Farbigkeit und Textur so intensiv, dass sie körperlich spürbar sind.

Zu sehen ist diese Arbeit in der Ausstellung „Kunstakademie Karlsruhe“, die die Städtische Galerie Karlsruhe noch bis 21. Februar in ihren Räumen zeigt. Erstmals präsentieren alle derzeit lehrenden künstlerischen Professorinnen und Professoren der Akademie eine umfassende Gruppenausstellung im Lichthof 10.

Marijke van Warmerdam zählt zu diesen 18 Lehrenden. Sie hat seit 2004 eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie. Die Ausstellung mit Werken von Franz Ackermann, Stephan Balkenhol, Erwin Gross und Corinne Wasmuht, um nur einige Namen zu nennen, ist der Beitrag der Kunstakademie zum 300. Stadtgeburtstag Karlsruhes, wie Rektor Ernst Caramelle im Vorwort des zur Ausstellung erschienenen 170-seitigen Katalogs erläutert.

Auf die jahrelangen Verbindungen zwischen der 1854 als „Großherzogliche Kunstschule“ gegründeten Akademie und der seit 1981 bestehenden Städtischen Galerie weist die Leiterin des Kulturamts Dr. Susanne Asche hin. So haben sich im Laufe der Jahre zahlreiche Präsentationen in der Galerie dem künstlerischen Schaffen an der international anerkannten Kultureinrichtung gewidmet. Die jetzige Schau bietet die einmalige Gelegenheit, sich einen Überblick über die aktuelle künstlerische Arbeit der Akademielehrer zu verschaffen.

Zu sehen sind etwa die „Schrank- und Schattenversionen“ von Harald Klingelhöller, der die Schatten vorangegangener Werke in Stahlblech überträgt und so neue Arbeiten entstehen lässt. Oder die Acryl-Linien von Silvia Bächli aus „Rotes Zimmer““, die in Horizontalen und Vertikalen viele Blätter an einer Wand miteinander verbinden. Ruhig und reduziert, miteinander verwoben, erinnern sie manchmal an Schrift, erzeugen Raum. ­-res-

 
 

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