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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. November 2015

Nach Terroranschlägen: „Starkes Zeichen des Zusammenstehens“

DIE WELT FÜHLT MIT FRANKREICH nach der schlimmsten Terrorwelle seiner Geschichte in Blau-Weiß-Rot. So Karlsruhes Schloss, wo sich Bürger zu einer Mahnwache mit OB Mentrup versammelten. Foto: Fränkle

DIE WELT FÜHLT MIT FRANKREICH nach der schlimmsten Terrorwelle seiner Geschichte in Blau-Weiß-Rot. So Karlsruhes Schloss, wo sich Bürger zu einer Mahnwache mit OB Mentrup versammelten. Foto: Fränkle

 

Mahnwache für Paris und gegen Angst / Rund 1.200 Menschen gedenken Terroropfer / Viele kondolieren in Centre-Culturel-Buch

Fahnen auf Halbmast mit Trauerflor, Glockengeläut, eine Tricolore-llumination an der Schlossfassade und, wie mit ganz Europa schon Montagmittag begangen, bewusstes Schweigen: Bei großer Fassungslosigkeit helfende Elemente einer städtischen Mahnwache am Abend, der kurzfristig rund 1.200 Bürger folgten.

Kinderwagen und Stock, Kopftuch und jüdischer Hut zeigten, dass die gesellschaftliche Breite nahe des Platzes der Grundrechte zusammengekommen war, um am zentralen Karl-Friedrich-Denkmal der Opfer der brutalen Anschläge von Paris zu gedenken, ein Zeichen gegen den Terror zu setzen und, so Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, „unsere Gefühle zu teilen“, „ein starkes Zeichen des Zusammenstehens zu ermöglichen“.

In seiner Ansprache betonte das Stadtoberhaupt Solidarität und Menschlichkeit. Für Mentrup, Beifall gab ihm recht, die Antwort auf Terror, Hass, Angst und Misstrauen. „Wir wollen keinen Keil in unsere Gesellschaft treiben lassen“, unterstrich er. Karlsruhe sei global betrachtet klein, „aber unsere Demokratie stark“. Doch es gelte mehr denn je, eine weltumspannende Allianz zu bilden, die auch etwa die Ärmsten Südasiens und die Bevölkerung des von Tod und Verderben permanent geplagten Orients umfasse.

„Ein bisschen beschämt stelle ich fest“, merkte Mentrup gleich zu Beginn an, „dass ähnliche Attentate in Bagdad, Beirut, Ankara, der Abschuss des russischen Flugzeugs mich nicht mit dem gleichen Gefühl erreicht hatten wie es jetzt nach Paris aufkam“. Die dortigen Salven und Sprengsätze seien „kein Angriff auf eine bestimmte Gruppe, sondern gegen unsere Werte gewesen“. Alle sollten „noch enger zusammenstehen, neugierig aufeinander zugehen“. Mentrup warnte vor militärischem Aktionismus und mahnte auch zu persönlichem Empfinden: „Welchen Erfolg hätten die Mörder erzwungen, wenn sich unser Verhalten ändert?“

Neben dem OB und dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, trugen sich viele Versammelte in das ausgelegte Kondolenzbuch des Centre Culturel Franco-Allemand ein. Mentrup drückte seine Anteilnahme auch in Briefen aus. So schrieb er seinem Amtskollegen von Nancy und Frankreichs Generalkonsul in Stuttgart, „Terrorismus kann niemals toleriert und gerechtfertigt werden“, und versicherte: „Diesem Angriff auf unsere Werte stellen wir uns gemeinsam entgegen.“ -mab-

 
 

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