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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. November 2015

Zoo-Artenschutzprojekt: Aus Weide wird wieder Regenwald

 

Vortrag im Exotenhaus

Das erste Artenschutzprojekt des Zoos ist unter Dach und Fach: Mit Unterstützung aus Karlsruhe soll in Ecuador aus 35 Hektar extensivem Weideland durch Aufforstung wieder ein artenreicher Regenwald werden. Partner für „Puntos Verdes“ sind der Zoo, die Interessengemeinschaft Mindo Lindo mit Dr. Heike Brieschke und Ehemann Pedro Penafiel sowie die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK).

Vorigen Freitag stellte Brieschke im Exotenhaus vor knapp 80 Interessierten ihren Einsatz für Biodiversität und Klimaschutz vor. Das sieben Hektar große Reservat Mindo Lindo liegt in der Region Los Bancos am Westhang der Anden in der Nebelwaldregion – mittendrin das Ökozentrum von Brieschke und Penafiel. Mindo Lindo gehört zu den artenreichsten Regionen der Welt – und ist zugleich gefährdet durch Abholzung, Monokulturen und Rohstoffabbau. Von hier aus sind Brieschke und ihr Ehemann seit über 20 Jahren aktiv. Immer mit den Zielen, der Naturzerstörung Einhalt zu gebieten, durch Wiederaufforstung neue Lebensräume zu schaffen und mit dem Wissen um die Zusammenhänge die Bevölkerung zu Mitstreitern zu machen.

Ein Projekt ist das in der Nähe von Mindo Lindo liegende Wiederaufforstungsprojekt Puntos Verdes (grüne Inseln). Die dort vor drei Jahren auf 40 Hektar gepflanzten Pionierbäume sind schon knapp fünf Meter groß. In diesem ökologischen und sozialen Waldklimaprojekt ist die KEK seit 2012 engagiert. Im Holzaufbau wird das Treibhausgas CO2 gebunden, so KEK-Geschäftsführer Dirk Vogeley. Was Dr. Clemens Becker 2014 bei seinem ersten Besuch in Mindo Lindo sondiert hat, wird nun zum konkreten Zoo-Artenschutzprojekt, bestehend aus den drei Säulen Unterstützung Ökozentrum, Aufforstung und Erhalt der Biodiversität. Mit Hilfe von Brieschke habe der Zoo einen Farmer ausfindig gemacht, der 35 Hektar seines Besitzes veräußern würde, berichtete Becker. Allein rund 5.000 Dollar pro Hektar müsse man für den Grunderwerb rechnen, informierte Becker. Gut angelegtes Geld im Sinne der Biodiversität - und für den globalen Klimaschutz. Ein Grundstock wurde bereits mit Spenden gelegt. -rie-

 
 

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