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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. November 2015

Bürgerversammlung Hagsfeld: Weitere Optionen

WEITERHIN UMSTRITTEN bleibt die im Diskussionsstand äußerst variantenreich gestaltbare Südumfahrung Hagsfelds. Das zeigte auch die rege Beteiligung an einer Bürgerversammlung im Stadtteil. Foto: Fränkle

WEITERHIN UMSTRITTEN bleibt die im Diskussionsstand äußerst variantenreich gestaltbare Südumfahrung Hagsfelds. Das zeigte auch die rege Beteiligung an einer Bürgerversammlung im Stadtteil. Foto: Fränkle

 

Verkehrsentlastung von Hagsfeld noch längst nicht in trockenen Tüchern

Weitgehend sachlich ging es bei der Infoveranstaltung zur Südumfahrung Hagsfeld vorige Woche im vollen Parzivalzentrum zu. OB Dr. Frank Mentrup empfahl, weiter an der vom Gemeinderat beschlossenen Variante 1b festzuhalten. Auch weil sie Erweiterungsmöglichkeiten und Lärmschutz biete.

Zur Finanzierung, so Mentrup, bemühe sich die Stadt um Zuschüsse. 1b sieht eine zweispurige Straße mit 840 Meter langer, 1,80 Meter dicker Grundwasserwanne für zirka 65 Millionen Euro vor (1a: vierspurig, Wannenstärke 2,90, etwa 80 Millionen). Variante 2 setzt auf eine zweispurige Straße samt 340 Meter langer Wanne mit ebenerdigem Anschluss an die Haid- und Neu-Straße für rund 35 Millionen Euro. Variante 3 wäre eine zweispurige Nordumfahrung für etwa 27 Millionen. Für 2 und 3 gibt es kein Baurecht.

Inzwischen ist, auch laut Rechtsgutachten von 2015, der Bebauungsplan von 1994 veraltet, was einen neuen oder ein Planfeststellungsverfahren erfordert. Mentrup bevorzugt Letzteres als rechtssicherer, weil es alle Genehmigungen des Regierungspräsidiums umfasst. Zur Diskussion steht jetzt, so Planungsamtschefin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, „das Teilstück zwischen Elfmorgenbruchstraße sowie Haid- und-Neu-Straße“, ergänzt um ein „Anschlussohr“ für den Technologiepark, nicht aber mehr der Weiterbau bis zur Theodor-Heuss-Allee.

Neues Planrecht brauche es, weil sich die Anschlussbreite und umweltrechtliche Vorschriften geändert haben, eine veränderte Verkehrssituation, auch durch den seit 2009 bestehenden Autobahnanschluss Nord  vorliegt und ein zweispuriger Ausbau nicht im alten Plan enthalten ist. Dauern würde Variante 1b vier- bis fünfeinhalb Jahre.

In der Debatte erkundigte sich der Vorsitzende der Bürgerkommission Hagsfeld, Thomas Schäffner, nach der Finanzierung und fragte, ob der Baubeginn vom Geld abhänge. Er verlangte, den alten Bebauungsplan zu ergänzen. Zur Verkehrsreduzierung wurde eine weitere Autobahnzufahrt Richtung Bruchsal aus dem Publikum angeregt, auch wenn in Hagsfeld selbst erheblicher Quell- und Suchverkehr entstehe.

Wieder wurde die Nordtangente gefordert und beklagt, dass eine weitere Zufahrt zum Technologiepark, deren Notwendigkeit einige nicht sahen, eine Zeitverzögerung von mindestens einem Jahr bedeute. Eine ebenerdige Lösung würde bebaute Grundstücke an der Haid-und-Neustraße retten, eine Brücke über die Bahn die Durchfahrt durch Hagsfeld ersparen. Bei Letzterer sei aber der Lärmschutz problematisch, entgegnete Tiefbauamts-Leiter Gerhard Schönbeck. Vorgeschlagen wurde auch, umliegende Gemeinden des Kreises einzubeziehen. Keine Verkehrsentlastung für Rintheim sah dessen Bürgervereinsvorsitzender Dr. Helmut Rempp – nur eine Verlagerung in die Haid-und-Neu-Straße. -cal-

 
 

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