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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. November 2015

Gemeinderat: Ganztagsschule nimmt zu

 

Rahmenkonzeption fortgeschrieben / Dissens um Elternwille

Klar über ein Drittel von Karlsruhes 44 öffentlichen Grundschulen bietet inzwischen oder ab kommendem Schuljahr Ganztagsbetrieb an. Mit deutlicher Mehrheit beschloss der Gemeinderat am Dienstag, diesen in Wahlform auch an der Oberwaldschule Aue einzuführen - ein mehrheitlich abgelehnter GfK-Antrag wollte die dortige Hort-Schließung von einer Elternbefragung abhängig machen -, und die im Versuch bewährte Marylandschule dem Gesetz anzupassen.

In der bei 15 Gegenstimmen passierten ersten Fortschreibung von Rahmenkonzeption und Richtlinie heißt es aber: „Der Ausbau der Ganztagsgrundschulen wird nicht so schnell erfolgen, wie es notwendig wäre, um den bestehenden und den zu erwartenden Bedarf an Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangeboten abzudecken.“

Letztere seien vielen Eltern am Wichtigsten, erklärte Bettina Meier-Augenstein (CDU) mit Verweis auf Umfragen. Auch Parteifreund Detlef Hofmann betonte den Elternwillen. Seine Fraktion trage die Ganztagsschule – offizielles Basismodell der Stadt – mit: als Option, nicht als Allheilmittel. „Im Ganztagsbetrieb ist mehr individuelle Förderung möglich“, unterstrich Sibel Uysal (SPD). Dr. Paul Schmidt (AfD) nannte es „sehr fragwürdig“, ob das System funktioniert, während Alexander Geiger (GRÜNE) sich von dessen essenzieller Eignung und Notwendigkeit überzeugt gab, auch wenn er einräumte: „Es ist noch nicht alles Gold, was glänzt.“ Die Ablehnung einer Rahmenkonzeption sei jedoch bedauerlich.

OB Dr. Frank Mentrup erinnerte an den einstimmigen Beschluss zur Einführung im November 2013. Und die viel beschworene Wahlfreiheit bedeute nicht, dass Eltern jeden Wunsch einbringen, sondern Ganztagsangebote annehmen oder ablehnen können. Der im Plenum umkämpfte Hort, habe sich „vom Stief- zum Lieblingskind“ entwickelt, so Bürgermeister Martin Lenz, doch die Ganztagsschule habe positive Aspekte übernommen. Während Karl-Heinz Jooß (FDP) „möglichst hohe Flexibilität“, Wahlrecht und gleiche Ressourcen forderte, warnte Linke-Stadtrat Niko Fostiropoulos vor „Bildung à la carte“. -mab-

 
 

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