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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. November 2015

Gemeinderat: Gedenkstein ins rechte Licht rücken

KOMMENTIERENDE STELE rückt künftig Ehrenmal ins rechte Licht. Foto: Fränkle

KOMMENTIERENDE STELE rückt künftig Ehrenmal ins rechte Licht. Foto: Fränkle

 

Im Grünstreifen zwischen Südlicher und Nördlicher Hildapromenade erinnert seit 1964 ein Gedenkstein an die 35. Infanterie-Division. Das als überdimensionaler steinerner Sarg gestaltete Ehrenmal betrauert nicht die Toten der Einheit, sondern stilisiert die Gefallenen wie die 35. Division insgesamt zu Opfern und gibt deren Taten im Krieg gegen die frühere Sowjetunion als besonders zu ehrendes Vermächtnis an die Nachgeborenen weiter.

Es spiegelt somit den Umgang der frühen Bundesrepublik mit der NS-Geschichte wider, die Verbrechen der Wehrmacht im Angriffskrieg gegen die Sowjetunion ausblendete oder leugnete. Damit konterkariert das steinerne Zeugnis nicht nur den aktuellen Stand der Forschung, sondern entspricht auch nicht mehr heutigen Wertvorstellungen zur Wahrung und Verteidigung von Frieden und Menschenrechten.

Eine kommentierende Stele soll künftig das Ehrenmal ins rechte Licht rücken. Mit überwältigender Mehrheit stimmte der Gemeinderat am Dienstag bei vier Enthaltungen dafür, beim Denkmal eine Erinnerungsstele mit erklärenden Texten aufzustellen, die zum einen die Gräuel der 35. Infanterie-Division wie die Mordaktion an 9.000 Zivilisten 1944 bei Osaritschi benennen, zum anderen die Rolle des Denkmals als Zeugnis der Zeitgeschichte erläutern. Die Stele soll laut OB Dr. Frank Mentrup am 27. Januar 2016 in Verbindung mit der Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus an ihren Platz kommen. -trö-

 
 

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