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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. November 2015

Kultur: Viele tragen Vieles bei

Kulturfrühstück: Willkommensgesten für Flüchtlinge

Kultur kann Willkommensräume für Geflüchtete schaffen. Und sie tut das in Karlsruhe zuhauf.

Die Bibliotheken haben tagesaktuelle Zeitungen und Zeitschriften aus 100 Ländern im online-Portfolio, das Roncalli-Forum lädt zum informellen Bildungscafé, die Volkshochschule bietet ehrenamtlichen Helfern Arabisch-Schnupperkurse. Die Kunstakademie kooperiert seit Langem mit Durlachs Gewerbeschule, bringt jungen Flüchtlingen moderne Kunst näher.

Nach fast zweistündigem Austausch beim Kulturfrühstück im Besitos war klar: Vielerlei Kulturinstitutionen tragen Vieles dazu bei, dass sich Flüchtlinge angenommen fühlen. Trotz kurzer Aufenthaltsdauer. Denn wer als Geflüchteter nach Karlsruhe als Erstaufnahmestelle kommt, bleibt in der Regel nicht lange, sondern zwischen sechs Wochen und drei Monaten. Nachdem sie registriert und untersucht sind, einen Asylantrag gestellt haben, werden die Asylanten auf Städte und Landkreise verteilt.

Wie sich trotzdem „erste Willkommensgesten“ (Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche) entwickeln lassen und welche bereits existieren, zeigten Beispiele aus allen Ecken der (Kultur-)Stadt. Die Musikhochschule beschafft hölzerne Kisten zum Trommeln für Schlagzeuggruppen und Body-Percussion und arbeitet mit dem Sybelheim. Im Kinder- und Jugendhilfezentrum der Heimstiftung leben allein reisende ausländische Kinder und Jugendliche. „Am Wochenende herrscht dort gähnende Langeweile“, weiß Rektor Hartmut Höll und will die Lücke füllen. Der sams- und sonntags verwaiste Hörsaal könne für Sprachkurse dienen. Das Staatstheater lädt zu Konzerten und Backstage-Führungen, das Sandkorn zu Theaterstücken. Wie überall gilt: Ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer geht es nicht. Es sei eine „schöne Geste“, wenn sie für ihr Engagement etwas zurückbekämen, meinte Monika Klein von der Karlsruher Flüchtlingshilfe. -maf-

 
 

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