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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. November 2015

Naturkundemuseum: Spektakuläre Kunst aus der Erde

BLICK auf den Fries mit schillernden, künstlerischen Erdbildern im neuen quadratischen Saal des Naturkundemuseums. Foto: Fränkle

BLICK auf den Fries mit schillernden, künstlerischen Erdbildern im neuen quadratischen Saal des Naturkundemuseums. Foto: Fränkle

 

Fotoausstellung zeigt spektakuläre Farbformationen

„Farben der Erde“ leuchten Interessierten in der Schau mit spektakulären Aufnahmen des renommierten Luftbildfotografen Bernhard Edmaier im Naturkundemuseum entgegen.

Im neuen kleineren Ausstellungssaal des Westflügels trifft das Publikum auf ein Fries aus quadratischen Bildern, sortiert nach blauen, grün-gelben, orange-roten, braunen und grau-schwarz-weißen Tönen. Was die Natur geschaffen hat, erscheint hier in 45 Fotos auf den ersten Blick wie abstrakte Malkunst. Blau als am weitesten verbreitete Farbe ist die des von Schwebeteilchen ungetrübten Wassers in Ozeanen, Seen und Flüssen.

So umkränzen etwa im Ari Atoll auf den Malediven Korallenriffe Lagunen, die wie Augen im tiefblauen Meer schwimmen. Grün-gelb speist sich aus dem Pflanzenfarbstoff Clorophyll in Kombination mit schwefligen Vulkanausdünstungen oder feinverteilten Eisenverbindungen der Gesteine. Wenn der Permafrost im sibirischen Sommer auftaut, taucht etwa im Lenadelta ein Seenmosaik auf, das in einen Teppich aus Gräsern, Flechten und Moosen der Tundra eingebettet ist.

1.000 Grad heißes Magma aus dem Erdinnern, eisenhaltiger Fels oder salzliebende Bakterien erzeugen Orange-Rot – fulminant im blutroten Wasser des Laguna Roja in Chile. Braun, der Rost aus Eisenoxiden und –hydroxiden ist die typische Verwitterungsfarbe und hat in der Tödi-Westwand in den Schweizer Glarner Alpen ein mächtiges Band aus gelbbraunem Dolomitfels hervor gebracht. Grau und Schwarz sind erkaltete Lavafarben, Weiß kommt von Kalkstein, Marmor, Schnee und Salzkrusten. Bizarre Muster schuf hier der Sidjökull in Island. Die Schau, zu der ein Katalogheft mit Texten von Dr. Angelika Jung-Hüttl erschienen ist, läuft bis 13. März und wird durch farbige Gesteine, einen Sandmikroskopier- und Memorytisch ergänzt. -cal-

 
 

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